Deutsche Tageszeitung - "Historischer Meilenstein": USA werten erste Gespräche Israels und des Libanon positiv

"Historischer Meilenstein": USA werten erste Gespräche Israels und des Libanon positiv


"Historischer Meilenstein": USA werten erste Gespräche Israels und des Libanon positiv
"Historischer Meilenstein": USA werten erste Gespräche Israels und des Libanon positiv / Foto: © AFP

Nach den ersten direkten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon seit mehr als 30 Jahren haben die USA von einem "historischen Meilenstein" gesprochen. In einer Erklärung des US-Außenministeriums nach dem rund zweistündigen Treffen in Washington war von "konstruktiven Gesprächen" die Rede, die den Weg für weitere Verhandlungen ebnen könnten. Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, sprach von einem "wunderbaren Austausch".

Textgröße ändern:

US-Außenminister Marco Rubio hatte zum Auftakt von einer "historischen Chance" zur Aussöhnung zwischen beiden Ländern gesprochen. Er äußerte die Hoffnung, dass ein Rahmen für einen "dauerhaften Frieden entwickelt werden kann". Dies werde allerdings Zeit in Anspruch nehmen, sagte der US-Chefdiplomat.

An den Verhandlungen im US-Außenministerium nahm neben dem israelischen Gesandten Leiter die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, teil. Von US-Seite waren neben Rubio zudem der Botschafter im Libanon, Michael Issa, beteiligt, sowie der Ständige Vertreter der Vereinigten Staaten bei der UNO, Mike Waltz.

Israel hatte vor den ersten direkten Gesprächen seit 1993 den Willen zum Frieden und zu einer Normalisierung der Beziehungen mit dem Nachbarland Libanon betont. Über die Ziele der Verhandlungen herrschte allerdings Uneinigkeit: Die libanesische Präsidentschaft wollte über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz verhandeln. Israel schloss dies vorerst aus und forderte eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Miliz, die an den Gesprächen nicht teilnahm.

Die Hisbollah erklärte kurz vor Beginn der Verhandlungen, sie habe 13 Städte im Norden Israels angegriffen. Die israelische Armee hatte am vergangenen Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihrerseits die Angriffe auf Hisbollah-Stellungen verstärkt. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine formalen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

Vor Beginn der Gespräche riefen die Außenminister aus 17 Ländern beide Seiten zu einer Einigung auf. "Direkte Verhandlungen können den Weg zu dauerhafter Sicherheit für den Libanon und Israel sowie die Region ebnen", hieß es in einer Erklärung von Großbritannien, Frankreich und 15 weiteren Ländern.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Rechter Hardliner De la Espriella bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien vorne

Bei der Präsidentschafts-Stichwahl in Kolumbien liegt der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella vorn. Der 47-jährige Politik-Neuling kam am Sonntag nach Auszählung der Stimmen von rund 90 Prozent der Wahlbüros nach offiziellen Angaben auf 50,1 Prozent. Er lag damit vor seinem linken Rivalen Iván Cepeda, der bei 48,25 Prozent stand.

Rechte Hardliner bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien vorne

Bei der Präsidentschafts-Stichwahl in Kolumbien liegt der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella vorn. Der 47-jährige Politik-Neuling kam am Sonntag nach Auszählung der Stimmen von 65 Prozent der Wahlbüros nach offiziellen Angaben auf 50,5 Prozent. Er lag damit vor seinem linken Rivalen Iván Cepeda, der bei 47,8 Prozent lag.

Syriens Präsident al-Scharaa weist Trump-Vorschlag zu Intervention im Libanon zurück

Syriens Staatschef Ahmed al-Scharaa hat einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das syrische Militär im Nachbarland Libanon gegen die pro-iranische Hisbollah vorgehen könnte. "Wir suchen nach wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Libanon und Syrien, nicht nach militärischen", sagte al-Scharaa in einem am Sonntag vom Sender al-Maschhad ausgestrahlten Interview.

Richtungsweisende Stichwahl um Präsidentenamt in Kolumbien: Enges Rennen erwartet

Linksgerichteter Verfechter der Menschenrechte oder ultrarechter Hardliner mit Rückendeckung aus Washington: In Kolumbien haben die extrem gegensätzlichen Kandidaten Iván Cepeda und Abelardo de la Espriella am Sonntag in einer richtungsweisenden Stichwahl um das Präsidentenamt gerungen. Die Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linksgerichteten Senator und dem rechtsgerichteten Rechtsanwalt voraus. De la Espriella sprach von der "wichtigsten Wahl" in der Geschichte des südamerikanischen Landes.

Textgröße ändern: