Deutsche Tageszeitung - Waffenruhe zwischen Israel und Libanon: Hisbollah behält "Finger am Abzug"

Waffenruhe zwischen Israel und Libanon: Hisbollah behält "Finger am Abzug"


Waffenruhe zwischen Israel und Libanon: Hisbollah behält "Finger am Abzug"
Waffenruhe zwischen Israel und Libanon: Hisbollah behält "Finger am Abzug" / Foto: © AFP

Nach Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel hat die Hisbollah gewarnt, dass sie für den Fall einer Verletzung der Vereinbarung durch die israelische Armee kampfbereit bleibe. "Die Kämpfer werden den Finger am Abzug behalten, da sie sich der Hinterhältigkeit des Feindes bewusst sind", erklärte die vom Iran unterstützte Miliz am Freitag.

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Die zehntägige Waffenruhe hatte um Mitternacht Ortszeit (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) begonnen. Die libanesische Armee erklärte jedoch am Morgen im Onlinedienst X, es seien bereits mehrere Verstöße durch Israel registriert worden. Die Hisbollah teilte ihrerseits mit, sie habe als Vergeltungsmaßnahme "eine Ansammlung israelischer Soldaten" bombardiert.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den israelischen Angriffen wurden libanesischen Angaben zufolge bisher fast 2200 Menschen getötet. Rund eine Million Menschen wurden vertrieben.

Die jüngste Waffenruhe war unter Vermittlung der USA zustande gekommen. Sie schließt auch die Hisbollah ein, die im Libanon eine Art Staat im Staat bildet.

Am Dienstag hatten in Washington erstmals seit drei Jahrzehnten diplomatische Vertreter Israels und der Libanon direkte Gespräche geführt. Die beiden Nachbarländer unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

(G.Khurtin--DTZ)

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