Deutsche Tageszeitung - Mandelson-Affäre: Weiterer Rücktritt in britischer Regierung steht wohl bevor

Mandelson-Affäre: Weiterer Rücktritt in britischer Regierung steht wohl bevor


Mandelson-Affäre: Weiterer Rücktritt in britischer Regierung steht wohl bevor
Mandelson-Affäre: Weiterer Rücktritt in britischer Regierung steht wohl bevor / Foto: © AFP/Archiv

In der Affäre um die Ernennung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA wird es laut Medienberichten einen weiteren Rücktritt geben. Der hochrangige Beamte im britischen Außenministerium, Olly Robbins, habe das Vertrauen von Premierminister Keir Starmer verloren und werde sein Amt niederlegen, berichteten mehrere britische Medien am Donnerstagabend. Robbins leitet im Außenamt den diplomatischen Dienst.

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Beamte im Außenministerium hatten offenbar verschwiegen, dass Mandelson bei einer Sicherheitsüberprüfung durchgefallen war. Starmer sagte dazu am Freitag während eines Besuchs in Paris, es sei "unverzeihlich und inakzeptabel", dass er nicht über den negativ ausgefallenen Sicherheitscheck informiert worden sei. Er sei darüber "sehr wütend".

Der frühere Wirtschaftsminister und EU-Kommissar Mandelson soll in seiner Zeit als Regierungsmitglied sensible Informationen an den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeben haben, mit dem er befreundet war. Starmer entließ Mandelson im vergangenen September von seinen Posten als Botschafter in den USA. Der Premier warf seinem Labour-Parteikollegen vor, die Regierung über das Ausmaß seiner Beziehung zu Epstein im Unklaren gelassen zu haben.

Am Donnerstag bestätigte ein Regierungssprecher, dass Mandelson zum Botschafter ernannt wurde, obwohl er bei einer vorherigen Sicherheitsprüfung durchgefallen war. Die Entscheidung, sich über dieses Ergebnis hinwegzusetzen und Mandelson dennoch zum Botschafter zu machen, wurde demnach von Beamten im Außenministerium getroffen. Der Sprecher erklärte, Starmer sei darüber nicht im Bilde gewesen.

Die Affäre beschäftigt Starmer seit Monaten. Anfang des Jahres waren deshalb bereits zwei Berater des Regierungschefs zurückgetreten. In der Folge war auch Starmer immer mehr in Erklärungsnot geraten. Oppositionsführerin Kemi Badenoch forderte am Freitag seinen Rücktritt. "Starmer hat unsere nationale Sicherheit verraten. Er sollte gehen", schrieb sie im Onlinedienst X.

(W.Budayev--DTZ)

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