Deutsche Tageszeitung - Kampfjetprojekt FCAS: Offenbar letzter Vermittlungsversuch gescheitert

Kampfjetprojekt FCAS: Offenbar letzter Vermittlungsversuch gescheitert


Kampfjetprojekt FCAS: Offenbar letzter Vermittlungsversuch gescheitert
Kampfjetprojekt FCAS: Offenbar letzter Vermittlungsversuch gescheitert / Foto: © AFP

Das geplante deutsch-französische Luftkampfsystem FCAS steht seit Monaten auf der Kippe - jetzt ist nach einem Zeitungsbericht auch ein letzter Vermittlungsversuch gescheitert. Die Mediatoren hätten keine Einigkeit erzielt, berichtete das "Handelsblatt" am Samstag unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise. Es soll demnach zwei verschiedene Ergebnisberichte geben.

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Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Zu diesem Luftkampfsystem der Zukunft sollten bisherigen Planungen zufolge neben einem gemeinsamen Kampfjet auch Drohnen und neue Kommunikationssysteme gehören. Es sollte ab den 2040er Jahren einsatzfähig sein. Ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus verzögert das Projekt seit Monaten.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das 100-Milliarden-Euro-Projekt, an dem auch Spanien beteiligt ist, im Februar erstmals offen in Frage gestellt. Dabei verwies er auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen Kampfjet der neuen Generation. Zuletzt mehrten sich in Deutschland und Frankreich die Stimmen, die die Entwicklung zweier verschiedener Kampfjets fordern und die Zusammenarbeit auf Drohnen und weitere Komponenten beschränken wollen.

Im Streit um die Führungsrolle bei dem Projekt beauftragten beide Seiten Ende März laut Medienberichten den früheren Chef des Panzerbauers KMW, Frank Haun, und den ehemaligen französischen Rüstungsmanager Laurent Collet-Billon, noch einen Lösungsversuch zu unternehmen.

Die französische Seite soll dabei erneut mit einem Wahlsieg des Rassemblement National bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr gedroht haben, berichtete das "Handelsblatt". Die französischen Rechtspopulisten haben angekündigt, kooperative Rüstungsprogramme zu beenden, falls sie an die Macht kommen sollten. Auch soll Frankreich erneut mit einem Aus des gemeinsamen Panzerprojekts MGCS gedroht haben, falls FCAS nicht fortgeführt wird.

Noch am Wochenende wolle sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über das Ergebnis der Vermittlung unterrichten lassen und bis Dienstag entscheiden, berichtete das "Handelsblatt". Am Donnerstag und Freitag kommender Woche wird er den französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim informellen Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Zypern treffen.

"Jetzt muss die Hängepartie endlich enden", sagte der für die Luftwaffe zuständige Berichterstatter der Unionsfraktion, Volker Mayer-Lay (CDU), dem "Handelsblatt". Durch die Mediation sei nun alles versucht worden. Wenn diese – wie zu erwarten sei – zu keinem positiven Ergebnis komme, sei das Projekt FCAS in dieser Form am Ende.

"Es muss dann zügig in Richtung Zwei-Fighter-Lösung eingegleist werden", forderte der CDU-Politiker. Das bedeutet, dass Deutschland und Frankreich getrennt jeweils ein eigenes Kampfflugzeug entwickeln.

(V.Varonivska--DTZ)

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