Deutsche Tageszeitung - Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag

Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag


Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag
Französischer Milliardär Bolloré gibt sich überrascht über "Getöse" bei Grasset-Verlag / Foto: © AFP/Archiv

Der weit rechts stehende französische Milliardär Vincent Bolloré hat sich überrascht über den Wirbel beim ihm gehörenden Grasset-Verlag gezeigt, dem rund 170 Autoren den Rücken gekehrt haben. Der Großunternehmer sprach in einem Beitrag der Zeitung "Journal du Dimanche", die sich ebenfalls in seinem Besitz befindet, von "Getöse". Er kritisierte "eine kleine Kaste, die glaubt, sie stehe über allem und allen", und die sich untereinander unterstütze.

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Der Verlag Grasset werde "weitermachen", betonte der 74-Jährige. Die ausscheidenden Schriftsteller würden es "neuen Autoren erlauben, veröffentlicht, gefördert, anerkannt und geschätzt" zu werden.

Der Streit bei Grasset hat hohe Wellen geschlagen und sogar Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den Plan gerufen. Rund 170 Autoren hatten kürzlich aus Protest gegen die vermutete Einflussnahme Bollorés ihren kollektiven Abschied aus dem hoch angesehenen Verlag angekündigt.

Zu den Unterzeichnern eines entsprechenden offenen Briefs zählen bekannte Namen wie Virginie Despentes, Frédéric Beigbeder und Bernard-Henri Lévy. Hintergrund ist das Ausscheiden des bisherigen Verlagschefs Olivier Nora, hinter dem die Autorinnen und Autoren den Einfluss Bollorés vermuten. Frankreichs Präsident Macron warnte am Freitag, es sei "sehr wichtig", den "verlegerischen Pluralismus" in Frankreich zu verteidigen.

Bolloré hatte 2023 den Verlagsriesen Hachette übernommen, zu dem neben Grasset noch zahlreiche andere Verlage zählen. Ihm gehören auch mehrere Medien, darunter der Nachrichtensender CNews, die sich seit der Übernahme durch den Milliardär politisch klar rechtsaußen verorten. Bolloré hat in den vergangenen Jahren auch den Aufstieg des Rechtspopulisten Jordan Bardella gefördert, des Chefs der Partei Rassemblement National (RN) und möglichen Präsidentschaftskandidaten.

Der Geschäftsmann schrieb am Sonntag im "Journal du Dimanche", Grund des Abgangs von Grasset-Chef Nora seien Meinungsverschiedenheiten über das Veröffentlichungsdatum eines neuen Buches des franko-algerischen Schriftstellers Boualem Sansal gewesen. Er beteuerte zudem, er wolle keinerlei Einfluss auf die Arbeit der ihm gehörenden Verlage nehmen: "Was die Angriffe bezüglich meiner 'Ideologie' angeht, erinnere ich noch einmal daran: Ich bin Christdemokrat, und die Verantwortlichen von Hachette werden weiterhin alle Autoren veröffentlichen, die sie wollen."

(V.Sørensen--DTZ)

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