Deutsche Tageszeitung - Neue Spannungen mit Südkorea: Nordkorea testet erneut ballistische Raketen

Neue Spannungen mit Südkorea: Nordkorea testet erneut ballistische Raketen


Neue Spannungen mit Südkorea: Nordkorea testet erneut ballistische Raketen
Neue Spannungen mit Südkorea: Nordkorea testet erneut ballistische Raketen / Foto: © AFP

Nordkorea hat südkoreanischen Angaben zufolge am Sonntag erneut Raketen getestet - und damit die Spannungen in der Region verstärkt. Die südkoreanische Armee habe am Morgen "mehrere nicht identifizierte ballistische Raketen" entdeckt, teilte der Generalstab mit. Das Verteidigungsministerium sprach von "spannungsverschärfenden Provokationen". Das Präsidialamt in Seoul berief wegen der Raketenstarts eine Krisensitzung ein.

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Die Raketen seien am Sonntag "gegen 6.10 Uhr (Ortszeit, 23.10 Uhr MESZ am Samstag) vom Gebiet Sinpo in Nordkorea in Richtung Ostmeer abgefeuert worden", erklärte der Generalstab unter Verwendung der koreanischen Bezeichnung für das Japanische Meer. Sie seien etwa 140 Kilometer weit geflogen und würden nun von Südkorea und den USA detailliert analysiert.

Weiter erklärte der Generalstab, Seoul halte gemeinsam mit seinem Sicherheitspartner, den USA, an einer "entschlossenen gemeinsamen Verteidigungshaltung" fest und werde "auf jede Provokation mit aller Härte reagieren".

Nordkorea hatte in diesem Monat schon mehrfach Waffentests vorgenommen, getestet wurde neben Raketen auch Streumunition. Mitte April beaufsichtigte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un einen Test strategischer Marschflugkörper, die von einem Marineschiff abgefeuert wurden.

Kim hatte für dieses Jahr die "Ausweitung" und Modernisierung von Nordkoreas Raketenproduktion angeordnet. Der Machthaber strebt Beobachtern zufolge zudem den Ausbau der Seestreitkräfte des Landes an. Ein südkoreanischer Abgeordneter erklärte in diesem Monat unter Berufung auf Satellitenbilder einer US-Geheimdienstfirma, Nordkorea beschleunige die "Modernisierung seiner Seestreitkräfte dank militärischer Unterstützung aus Russland".

Experten zufolge weist Nordkorea mit den Waffentests Versuche Südkoreas zurück, die angespannten Beziehungen der beiden Nachbarländer wieder zu verbessern. Im Januar hatte die Regierung in Seoul etwa offiziell ihr Bedauern über das Eindringen ziviler Drohnen in den nordkoreanischen Luftraum zum Ausdruck gebracht.

Kims einflussreiche Schwester Kim Yo Jong hatte dies zunächst als "sehr glücklich und weise" gelobt. Später bezeichnete ein ranghoher nordkoreanischer Funktionär den Süden dann jedoch wieder als "den Pjöngjang am feindlichsten gesinnten Staat" - und griff damit eine häufig von Machthaber Kim Jong Un verwendete Bezeichnung wieder auf.

Südkoreas Verteidigungsministerium forderte Pjöngjang nach den neuen Raketentests am Sonntag auf, "seine wiederholten Raketenprovokationen, die die Spannungen verschärfen, unverzüglich einzustellen". Stattdessen solle sich Nordkorea "aktiv an den Bemühungen der südkoreanischen Regierung um die Herstellung des Friedens beteiligen".

Das kommunistisch regierte Nordkorea ist international weitgehend isoliert. Wegen seines Raketen- und Atomprogramms wurden zahlreiche internationale Sanktionen gegen das Land verhängt.

Nord- und Südkorea sind auch über sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Die USA haben zehntausende Soldaten in Südkorea stationiert, unter anderem zum Schutz Südkoreas.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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