Deutsche Tageszeitung - Klüssendorf: Warkens Reformentwurf nicht mit SPD abgestimmt

Klüssendorf: Warkens Reformentwurf nicht mit SPD abgestimmt


Klüssendorf: Warkens Reformentwurf nicht mit SPD abgestimmt
Klüssendorf: Warkens Reformentwurf nicht mit SPD abgestimmt / Foto: © AFP/Archiv

Anderthalb Wochen vor dem geplanten Kabinettsbeschluss hat die Koalition noch keine Einigung über die Reform zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung erzielt. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stellte am Montag in Berlin klar, dass der vor wenigen Tagen vorgelegte Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nicht mit seiner Partei abgestimmt sei. "Keiner der Vorschläge ist bis jetzt geeint", sagte Klüssendorf.

Textgröße ändern:

Insofern sei noch längst nicht beschlossene Sache, dass diejenigen Reformschritte, die derzeit kontrovers in der Öffentlichkeit debattiert würden, auch tatsächlich kämen, sagte Klüssendorf. Der SPD-Politiker mahnte eine sozial gerechte Lastenverteilung an: "Unsere Position ist, dass am Ende die Versicherten eben nicht den Großteil der Last bezahlen können." Er forderte "systematische Einsparungen" bei Pharmakonzernen und Krankenhausbetreibern.

Klüssendorf zeigte sich beispielsweise "extrem skeptisch", was die von Warken geplante Einschränkung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern angeht. Der Generalsekretär bekräftigte die Forderung der SPD nach Einführung einer Bürgerversicherung, also eines Versicherungssystems, in dem alle - auch die höheren Einkommen - in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Dies lehnt die Union aber ab.

Um die Kosten der defizitären GKV zu senken, plant Ministerin Warken dem Gesetzentwurf zufolge eine Einschränkung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner und höhere Zuzahlungen für Medikamente. Zudem sollen sich insgesamt die Zuwächse von Preisen und Arztvergütungen an der Entwicklung der Einnahmen der Krankenkassen orientieren.

Die Beitragsbemessungsgrenze soll nach den Plänen Warkens neben der normalen Anhebung 2027 einmalig um 300 Euro steigen. Gutverdienende Beschäftigte müssten damit auf einen größeren Teil ihrer Lohneinkünfte Krankenkassenbeiträge zahlen. Auch für die Arbeitgeber würden sich die Sozialbeiträge dadurch erhöhen. Nach Plänen der Bundesregierung soll das Kabinett die Vorlage am Mittwoch kommender Woche verabschieden.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Erstmals unter Warsh: US-Notenbank verkündet Leitzinsentscheidung

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verkündet am Mittwoch ihre Leitzinsentscheidung (20.00 Uhr MESZ). Im Anschluss tritt erstmals der neue Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse, den Präsident Donald Trump nominiert hatte. Experten erwarten, dass die Notenbank den Leitzins ungeachtet von Trumps Drängen zu einem Zinsschnitt unverändert lässt.

Deutsch-Polnisches Forum blickt auf 35 Jahre Zusammenarbeit

Ein deutsch-polnisches Forum findet am Mittwoch (ab 11.00 Uhr) im Auswärtigen Amt in Berlin statt. Die Veranstaltung erinnert an den Abschluss des Nachbarschaftsvertrages zwischen beiden Ländern vor 35 Jahren. Im Rahmen des Forums trifft Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski zusammen. Auch Reden beider Minister sowie eine gemeinsame Pressekonferenz (14.00 Uhr) sind vorgesehen.

Vorsitzender der Innenminister-Konferenz: Hürden für Abschiebung Straffälliger senken

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), will die Hürden für die Abschiebung straffälliger Flüchtlinge senken und dabei auch ukrainische Flüchtlinge einbeziehen. "Wir müssen bei der Rückführung von Straftätern die hohen rechtlichen Hürden bei Menschen mit Schutzstatus senken – und zwar unabhängig vom Herkunftsland", sagte Grote dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor dem am Mittwoch beginnenden Treffen der 17 Innenminister aus Bund und Ländern.

US-Justizministerium zu vereiteltem Anschlagsversuch: 19-Jähriger unter fünf Festgenommenen

Nach der Vereitelung eines möglichen Anschlags auf die Käfigkampf-Veranstaltung zum 80. Geburtstag von Präsident Donald Trump hat das US-Justizministerium die Festnahme von fünf Verdächtigen bestätigt. Die Beschuldigten im Alter zwischen 19 und 32 Jahren seien vergangene Woche gefasst worden, erklärte das Ministerium am Dienstag in Washington. Demnach gab es zwei Festnahmen im Bundesstaat Kalifornien und jeweils eine in Ohio, Missouri und Nebraska.

Textgröße ändern: