Deutsche Tageszeitung - Deutscher Pflegerat kritisiert Kürzungspläne Warkens scharf

Deutscher Pflegerat kritisiert Kürzungspläne Warkens scharf


Deutscher Pflegerat kritisiert Kürzungspläne Warkens scharf
Deutscher Pflegerat kritisiert Kürzungspläne Warkens scharf / Foto: © AFP/Archiv

Der Deutsche Pflegerat hat die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für Einschnitte bei Leistungen der Pflegeversicherung scharf kritisiert. "Wenn die Entlastungen im Heim erst nach 18 statt nach zwölf Monaten ansteigen, dann ist das nicht eine rein technische Verschiebung, sondern dann ist das tatsächlich eine reale Mehrbelastung für die Betroffenen", sagte Ratspräsidentin Christine Vogler am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk. Zudem würden strukturelle Probleme nicht angegangen.

Textgröße ändern:

Warken plant unter anderem, den Eigenanteil von Heimbewohnerinnen und -bewohnern durch eine zeitliche Verschiebung von Entlastungen deutlich zu erhöhen. Zudem will sie die Kriterien für die Anerkennung eines Pflegegrades verschärfen. Hintergrund ist das Milliardendefizit der Pflegekassen.

"Was wir jetzt wieder sehen, ist wirklich nur ein fiskalisches Anpacken", warf Vogler der Gesundheitsministerin vor. Sie forderte Entlastungen für die Pflegekassen bei Investitionskosten sowie bei versicherungsfremden Leistungen. Dass diese Punkte nicht angegangen würden, sei "hoch problematisch".

"Wenn wir nur wirklich über diesen Weg gehen, Pflegebedürftigkeit immer höhere Hürden zu geben und Pflegebedürftigkeit am Anfang gar nicht mehr zu versorgen, werden wir am anderen Ende Mehrkosten haben", warnte Vogler weiter. Dann würden Belastungen durch Pflegebedürftigkeit später sehr viel stärker zu Buche schlagen.

Wichtig sei, "faire Systeme" schaffen, forderte die Pflegerats-Präsidentin. Es dürften weder "alles gestrichen" werden noch "alle alles bekommen", sondern "wir müssen differenziert auf die Leistung gucken". Was tatsächlich keine rein pflegerische Leistung sei, müsse aus der Finanzierung durch die Pflegeversicherung herausgenommen werden.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Russlandfreundliche Amtsinhaberin Jotowa klare Siegerin bei Präsidentenwahl in Bulgarien

Richtungsentscheidung bei der Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl in dem EU- und Nato-Mitgliedsland am Sonntag klar für sich entschieden. Laut Prognosen setzte sich die Staatschefin mit deutlichem Vorsprung gegen ihren pro-westlichen Herausforderer Andrej Gjurow durch. Dieser räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Jotowa zu ihrem Wahlsieg.

"Heat"-Regisseur Michael Mann verletzt sich versehentlich mit Schusswaffe

Hollywood-Regisseur Michael Mann ist berühmt für spektakuläre Schusswechsel in Thrillern wie "Heat" und "Collateral". Jetzt hat sich der 83-jährige Filmemacher selbst versehentlich mit einer Schusswaffe leicht verletzt. Wie Manns Agent am Sonntag mitteilte, löste sich an einem Schießstand in Los Angeles ein Schuss aus einer Waffe, die der Regisseur im Halfter trug. Mann habe eine "oberflächliche Verletzung" erlitten und sei medizinisch behandelt worden.

Textgröße ändern: