Deutsche Tageszeitung - Militärstrategie der Bundeswehr: Stärkste konventionelle Armee Europas bis 2039

Militärstrategie der Bundeswehr: Stärkste konventionelle Armee Europas bis 2039


Militärstrategie der Bundeswehr: Stärkste konventionelle Armee Europas bis 2039
Militärstrategie der Bundeswehr: Stärkste konventionelle Armee Europas bis 2039 / Foto: © AFP

Angesichts der internationalen Bedrohungslage hat sich die Bundeswehr erstmals in ihrer Geschichte eine Militärstrategie gegeben. Ziel sei es, Abschreckung und Verteidigung innerhalb der Nato zu stärken und die Bundeswehr bis 2039 zur "stärksten konventionellen Armee in Europa" auszubauen, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Berlin.

Textgröße ändern:

Selten sei eine Militärstrategie so nötig gewesen "wie in dieser historischen Phase", sagte Pistorius. Die Bedrohungslage habe sich vor allem seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verschärft. Zudem werde die internationale Rechtsordnung so sehr infrage gestellt wie "wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie". Die Welt sei unberechenbarer geworden, "und man muss auch sagen, gefährlicher".

Die Bundeswehr soll in drei Phasen gestärkt werden, mit dem Ziel von insgesamt 460.000 einsatzbereiten Soldatinnen und Soldaten, einschließlich Reservisten. In der ersten Phase brauche es bis 2029 einen schnellen Personalaufwuchs, um nach Pistorius' Worten "maximal durchhalte- und verteidigungsfähig zu sein". Der personelle Aufwuchs sein der "wesentliche Schlüssel für die Maximierung unserer Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit".

Beim Aufwuchs in der zweiten Phase werde die Bundeswehr bis 2035 flexibel auf die Verfügbarkeit militärischer Ausrüstung und auf die Entwicklung der Bedrohungslage reagieren. In dieser Phase sollen die Streitkräfte ihre europäische Führungsrolle stärken.

In der dritten Phase "bis 2039 und darüber hinaus" gehe es um die "Fähigkeiten von übermorgen". Dabei würden automatisierte Waffensysteme und künstliche Intelligenz eines wesentliche Rolle spielen. Die Ambition müsse sein, "stärkste konventionelle Armee in Europa zu sein", betonte der Minister.

Pistorius sieht den Personalaufwuchs auf gutem Weg. Bis 2029 rechnet das Bundesverteidigungsministerium mit 204.000 Soldaten und 140.000 Reservisten. In diesem Jahr habe es bereits zehn Prozent mehr Einstellungen gegeben als im Vorjahr, sagte Verteidigungs-Staatssekretär Nils Hilmer. 2025 sei bereits das beste Einstellungsjahr seit Aussetzen des Grundwehrdienstes gewesen, "und das erste Jahr, wo wir wieder aufgewachsen sind". Das Interesse an den Streitkräften sei weiterhin hoch.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

"Bild": Innenminister der Länder wollen Kampf gegen Sozialleistungsbetrug verschärfen

Die Innenminister der Länder wollen den Kampf gegen den Missbrauch von Sozialleistungen verschärfen und Leistungen auch für EU-Ausländer kürzen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf Beschlussvorlagen für die anstehende Innenministerkonferenz (IMK). Demnach sollen unter anderem mit einem verbesserten digitalen Datenaustausch und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz Betrugsmaschen automatisch erkannt und Betrüger schneller ermittelt werden.

UNO: Mindestens 58 Länder und Gebiete mit Landminen verseucht

Mindestens 58 Staaten und Gebiete sind laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des UN-Hochkommissars für Menschenrechte mit Landminen verseucht. Es sei unerlässlich, "dass sich alle Staaten erneut dazu verpflichten, die Produktion, den Einsatz und die Weitergabe dieser Waffen zu beenden und ihre Zusammenarbeit bei der Räumung bereits verlegter Minen zu intensivieren", erklärte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk.

Kaliforniens Gouverneur Newsom wirft Trump Rachefeldzug vor

Der kalifornische Gouverneur und Trump-Kritiker Gavin Newsom hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, in einem persönlichen Rachefeldzug Ermittlungen gegen ihn angestoßen zu haben. Trump lasse das US-Justizministerium in seinem Umfeld ermitteln, "weil ich darüber nachdenke, für das Präsidentenamt zu kandidieren", sagte der Politiker von der Demokratischen Partei in einer Videobotschaft. Nach AFP-Informationen gehen die Ermittlungen von einem kalifornischen Generalstaatsanwalt aus, der unter Trump vom US-Justizministerium ernannt wurde.

Großbritannien registriert mehr als 700 Bootsflüchtlinge an einem Tag

Die britischen Behörden haben an einem Tag 710 Migranten registriert, die auf kleinen Booten über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangt waren. Die für Montag gemeldete Zahl ist die höchste Zahl an Überfahrten an einem einzigen Tag seit Jahresbeginn, wie am Dienstag aus Daten des britischen Innenministeriums hervorging. Vom 1. bis 14. Juni waren dagegen gar keine Ankünfte registriert worden.

Textgröße ändern: