Deutsche Tageszeitung - Studie: Investitionen in Atomwaffen stark gestiegen

Studie: Investitionen in Atomwaffen stark gestiegen


Studie: Investitionen in Atomwaffen stark gestiegen
Studie: Investitionen in Atomwaffen stark gestiegen / Foto: © DOE/AFP/Archiv

Einer Studie zufolge haben Finanzinstitute ihre Investitionen in die Produktion von Atomwaffen deutlich erhöht. Von Januar 2023 bis September 2025 hätten Investoren Aktien und Anleihen von atomwaffenproduzierenden Unternehmen im Wert von 709 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 607 Milliarden Euro) in ihren Portfolios gehabt - und damit 195 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 167 Milliarden Euro) mehr als im zuletzt analysierten Zeitrum, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung.

Textgröße ändern:

Der Bericht "Don't Bank on the Bomb" der Organisationen Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) und PAX nennt 301 Banken, Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften und andere Finanzinstitute, die in Unternehmen investieren, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind. Die drei größten Investoren waren demnach Vanguard, Blackrock und Capital Group.

Neben den Investitionen in Aktien und Anleihen seien in dem genannten Zeitraum fast 300 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 256 Milliarden Euro) an Krediten für die Produzenten von Atomwaffen zur Verfügung gestellt worden - und demnach 30 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 26 Milliarden Euro) mehr als im zuletzt analysierten Zeitraum. Als größte Kreditgeber werden die US-Banken Bank of America, JPMorgan Chase und Citigroup genannt.

"Zum ersten Mal seit Jahren steigt die Zahl der Investoren, die versuchen, von einem Wettrüsten zu profitieren", sagte die Programmkoordinatorin von Ican und Mitautorin des Berichts, Susi Snyder. Deren Strategie trage "zu einer gefährlichen Eskalation bei". Die Organisation Ican war wegen ihres Einsatzes gegen die Verbreitung von Atomwaffen 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Die neun Atommächte - Russland, die USA, China, Frankreich, Großbritannien, Pakistan, Indien, Israel und Nordkorea - erweiterten derzeit ihre Arsenale und "treiben die Nachfrage nach Atomwaffen an", heißt es in der Studie weiter. Kritisch werden darin auch die Bestrebungen in einigen europäischen Ländern bewertet, wegen Querelen im Verhältnis mit den USA auf eigene Atomwaffen zu setzen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Anschläge auf Umspannwerke: Polizei rückt zu Einsatz nahe Hambacher Forst aus

Bei der Fahndung wegen der Sabotageversuche an der Stromversorgung ist die Polizei am Sonntag zu einem Einsatz in der Umgebung des Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen ausgerückt. Der Einsatz fand in der Nähe des Parkplatzes statt, auf dem am Freitag das Wohnmobil des Tatverdächtigen gefunden worden war, wie ein Kölner Polizeisprecher sagte. Zuvor hatte die Brandenburger Polizei mitgeteilt, dass der 48-Jährige mit einem Fahrrad unterwegs sein könnte.

Iran-Krieg: Mehrere Öltanker und andere Schiffe attackiert

Im Iran-Krieg sind am Wochenende mehrere Öltanker sowie andere Schiffe in der Golfregion unter Beschuss geraten. Die US-Armee richtete nach eigenen Angaben schwere Schäden an drei Tankern mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden an. Die Revolutionsgarden attackierten daraufhin drei Öltanker in der Straße von Hormus sowie drei US-Schiffe in anderen Gebieten, wie sie mitteilten. Außerdem griffen sie demnach eine US-Marinedrohne an.

Nach Drohnenvorfall: Innenminister Dobrindt kündigt Schutzschirm gegen Sabotage an

Nach dem Anschlagsversuch mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Schutzschirm gegen weitere Angriffe angekündigt. "Russlands hybride Angriffe mit Sprengstoffdrohnen auf Flughäfen, Agenten in unseren Städten, Cyberangriffen auf unsere Netze und Sabotage unserer Infrastruktur sind tägliche Realität", sagte Dobrindt der "Bild am Sonntag". Diese Angriffe werden demnach noch zunehmen.

US-Gesandte Witkoff und Kushner per Zug in Kiew eingetroffen

Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Sonntag zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Kiew eingetroffen. Die beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump kamen per Zug aus Polen in der ukrainischen Hauptstadt an, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Witkoff und Kushner waren zuvor in Moskau, wo sie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen hatten.

Textgröße ändern: