Deutsche Tageszeitung - Waffenruhe im Libanon um drei Wochen verlängert - trotzdem neue gegenseitige Angriffe

Waffenruhe im Libanon um drei Wochen verlängert - trotzdem neue gegenseitige Angriffe


Waffenruhe im Libanon um drei Wochen verlängert - trotzdem neue gegenseitige Angriffe
Waffenruhe im Libanon um drei Wochen verlängert - trotzdem neue gegenseitige Angriffe / Foto: © AFP

Trotz der Verlängerung der Feuerpause für den Libanon haben Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz ihre gegenseitigen Angriffe am Freitag fortgesetzt. Während bei israelischen Attacken im Libanon nach libanesischen Angaben mehrere Menschen getötet wurden, feuerte die pro-iranische Hisbollah ihrerseits Raketen auf den Norden Israels ab und rief die libanesische Regierung auf, sich aus den Verhandlungen mit Israel über eine dauerhafte Friedenslösung zurückzuziehen.

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US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekannt gegeben - sie wäre eigentlich am Sonntag ausgelaufen. Während dieser Zeit sollen Israel und die libanesische Regierung einen dauerhaften Friedensvertrag aushandeln. Die beiden Länder unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

Die USA hatten die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel vermittelt. Zuletzt hatte es eine zweite Verhandlungsrunde auf Botschafterebene in den USA gegeben, an der unter anderen auch US-Außenminister Marco Rubio teilnahm. Nach dem Treffen erklärte der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, beide Parteien seien sich darin einig, "das Land von diesem bösartigen Einfluss namens Hisbollah" zu befreien.

Trump kündigte danach zudem ein Treffen mit ihm, dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu "in den kommenden Wochen" in Washington an. Er sehe "sehr gute Chancen" für ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr, sagte er.

Am Freitag griff Israel erneut mehrere Ziele in dem Nachbarland an. Bei einer Attacke in der Nähe der Ortschaft Touline im Süden des Libanon wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen getötet. Zuvor hatte es am Donnerstag bei einem weiteren Angriff auf einer Straße in der Region Nabatäa nach libanesischen Angaben drei Tote gegeben.

Außerdem gab die israelische Armee eine neue Evakuierungsaufforderung für die Gemeinde Deir Ames im Süden des Libanon heraus. Wegen "terroristischer Aktivitäten der Hisbollah" würde das israelische Militär hier "zielgerichtete Einsätze" ausführen, erklärte ein Armeesprecher am Freitag im Onlinedienst X. Eine israelische Drohne wurde nach Angaben der israelischen Armee von der Hisbollah im Süden des Libanon abgeschossen.

Die vom Iran unterstützte Miliz gab ihrerseits bekannt, "zur Verteidigung des Libanon" Raketen auf den Norden Israels abgefeuert zu haben. Der Hisbollah-Abgeordnete Mohammed Raad rief die libanesische Regierung dazu auf, sich aus den direkten Gesprächen mit Israel zurückzuziehen. Die Regierung in Beirut solle sich für die "Verhandlungen mit dem zionistischen Feind schämen", erklärte der Hisbollah-Fraktionschef am Freitag.

Ein weiterer Hisbollah-Parlamentarier stellte klar, dass sich die Miliz auch während der Feuerpause weitere Angriffe auf Ziele in Israel vorbehalte. Im Fall israelischer "Aggressionen" werde die Miliz antworten, sagte der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajad. Angesichts der anhaltenden "feindseligen Handlungen" Israels mache eine Waffenruhe ohnehin "keinen Sinn", fügte er hinzu.

Kurz nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar hatte die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel fliegt seitdem massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei den israelischen Angriffen wurden den libanesischen Behörden zufolge seitdem mehr als 2400 Menschen getötet.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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