Deutsche Tageszeitung - Hoffnung auf neue Verhandlungen: Irans Außenminister reist nach Islamabad

Hoffnung auf neue Verhandlungen: Irans Außenminister reist nach Islamabad


Hoffnung auf neue Verhandlungen: Irans Außenminister reist nach Islamabad

Hoffnung auf neue Verhandlungen im Iran-Krieg: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist noch am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet worden. Unklar war allerdings, ob er dort US-Vertreter treffen würde. Ziel von Araghtschis Reise seien "bilaterale Konsultationen, die Erörterung der aktuellen Entwicklungen in der Region und die Überprüfung der Lage" im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna.

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Auch aus pakistanischen Regierungskreisen verlautete, dass Araghtschi am Freitagabend in Islamabad erwartet werde. Dem offiziellen Kanal des iranischen Außenministers im Onlinedienst Telegram zufolge telefonierte Araghtschi im Vorfeld mit Pakistans einflussreichem Militärchef Asim Munir und Außenminister Ishaq Dar. Laut Irna wollte Araghtschi auch in Omans Hauptstadt Maskat und nach Moskau reisen.

Pakistan vermittelt im Iran-Krieg und hatte vor rund zwei Wochen bereits Gespräche über eine Beendigung des Konflikts zwischen Vertretern Irans und der USA ausgerichtet, die jedoch ohne Ergebnis blieben. Die Hoffnung auf neue Gespräche zwischen dem Iran und den USA ließ am Freitag den Ölpreis sinken.

Die USA und der Iran hatten sich Anfang des Monats auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Am Dienstag verlängerte US-Präsident Trump die Feuerpause kurz vor ihrem Ablauf für unbestimmte Zeit. Er betonte am Donnerstag, anders als die Führung in Teheran "alle Zeit der Welt" in dem Krieg zu haben.

Trump schloss zudem den Einsatz einer Atomwaffe gegen den Iran aus. "Warum sollte ich eine Atomwaffe einsetzen, wenn wir sie auf ganz konventionelle Weise auch ohne dezimiert haben?", fragte der US-Präsident. "Eine Atombombe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen", betonte er.

Trump sagte im Weißen Haus, er strebe einen Iran "ohne eine Atomwaffe" an, mit der Teheran versuchen könne, "eine unserer Städte oder den gesamten Nahen Osten in die Luft zu sprengen".

Das iranische Atomprogramm ist einer der Knackpunkte bei den Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nannte das "definitive Ende" des iranischen Atomprogramms am Freitag als eine von mehreren Bedingungen, um Sanktionen gegen den Iran zu lockern. Für eine Lockerung der Strafmaßnahmen müsse es eine "umfassende Einigung" des Iran mit den USA geben. Dazu gehöre, dass Israels Sicherheit "nicht mehr bedroht werden" dürfe, sagte Merz bei einem EU-Gipfeltreffen in Zypern.

Zudem müsse es "jetzt eine schnelle, klare Verständigung für eine freie Schifffahrt in der Straße von Hormus geben", forderte der Kanzler.

EU-Ratspräsident António Costa bezeichnete Gespräche über eine Lockerung der Sanktionen als "zu früh". Auch er forderte die Öffnung der Straße von Hormus.

In der Folge des Iran-Krieges wurde die Meerenge, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports passiert, durch das iranische Militär faktisch weitgehend gesperrt. Dies ließ die Energiepreise in die Höhe schnellen.

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels begonnen. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Zudem griffen pro-iranische Milizen "feindliche Stützpunkte" im Irak und anderen Ländern der Region an.

Am Freitag meldete Kuwait Drohnenangriffe aus dem benachbarten Irak auf zwei Grenzposten. Bei den Angriffen an der nördlichen Grenze zum Irak seien zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen eingesetzt worden, erklärte die kuwaitische Armee. Verletzt worden sei niemand, es sei aber Sachschaden entstanden.

(G.Khurtin--DTZ)

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