Deutsche Tageszeitung - Reiche will angesichts der Energiekrise Infrastruktur für fossile Energien stärken

Reiche will angesichts der Energiekrise Infrastruktur für fossile Energien stärken


Reiche will angesichts der Energiekrise Infrastruktur für fossile Energien stärken
Reiche will angesichts der Energiekrise Infrastruktur für fossile Energien stärken / Foto: © AFP/Archiv

Als Konsequenz aus der gegenwärtigen Energiekrise will Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) neue Öllieferungen erschließen und die Widerstandsfähigkeit fossiler Infrastruktur wie Raffinerien und Pipelines stärken. "Jetzt müssen wir daran arbeiten, alle Optionen der Diversifizierung unserer Rohöllieferungen zu nutzen", sagte Reiche der "Welt am Sonntag". "Wir müssen die Resilienz unserer Raffinerien, Bezugswege und Infrastruktur stärken."

Textgröße ändern:

Reiche legte dar, Deutschlands Energiemix Deutschlands bestehe noch immer zu etwa 60 Prozent aus Öl und Gas. Auch die chemische Industrie und Düngemittelhersteller seien auf Erdöl-Lieferungen angewiesen. "Die Raffinerien sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland von außerordentlicher Bedeutung", betonte die CDU-Politikerin.

Der von Russland angekündigte Lieferstopp von kasachischem Rohöl über die Druschba-Pipeline an die Raffinerie PCK in Schwedt sei für Deutschland verkraftbar, sagte Reiche. "Sollten diese Mengen wegfallen, dann würde sich die Produktion der PCK leicht reduzieren, aber wir stehen nicht mit leeren Händen da", versicherte die Ministerin. Es sei "nicht das erste Mal, dass Russland Energie als Waffe einsetzt".

Nun müsse an der Rohstoffversorgung der Raffinerie gearbeitet werden, dazu liefen bereits Gespräche mit Polen und Kasachstan. Die Raffinerie gehört mehrheitlich dem russischen Staatskonzern Rosneft, wird aber von der Bundesnetzagentur in Treuhänderschaft verwaltet. Eine Enteignung von Rosneft lehnte Reiche ab. Wenn der Staat von den privat betriebenen Raffinerien in Deutschland einzelne Betriebe herausgreife, signalisiere er "privaten Betreibern: Ihr seid hier nicht sicher. Das schadet dem Standort", warnte Reiche.

Sie erneuerte auch ihre Kritik an der Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Übergewinnsteuer für Energieunternehmen. Sie sei aus grundsätzlichen Erwägungen gegen eine Übergewinnsteuer, "weil sie jedes Unternehmen bestrafen würde, das besonders erfolgreich ist und Gewinne erwirtschaftet", sagte die Ministerin.

"Gewinne per se zu diffamieren, nimmt der sozialen Marktwirtschaft ihren wesentlichen Treiber", warnte Reiche. Außerdem werde eine Übergewinnsteuer dazu führen, dass hier benötigtes Benzin exportiert würde, und damit "das Gegenteil dessen, was wir wollen".

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Merz nach Gespräch mit Trump zuversichtlich über gemeinsames Vorgehen zur Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich nach Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump und den übrigen G7-Staats- und Regierungschefs zuversichtlich mit Blick auf ein gemeinsames Vorgehen im Ukraine-Krieg. Er empfinde einen "gewissen Grad des Optimismus, dass wir als Europäer und Amerikaner gemeinsam den Krieg beenden", sagte er am Dienstag am Rand des G7-Gipfels im französischen Evian. Er habe Trump "aufmerksam und kooperativ" zuhören sehen.

Rahmenabkommen zwischen Iran und USA wird am Freitag in der Schweiz unterzeichnet

Das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran für ein Ende des Iran-Kriegs wird am Freitag in den Schweizer Alpen unterzeichnet. Wie das Schweizer Außenministerium am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, erfolgt die Zeremonie in einem Luxushotel nahe der Stadt Luzern. Die USA hoben derweil laut iranischem Außenministerium ihre Seeblockade iranischer Häfen auf. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rechnet trotz der Einigung mit langwierigen Gesprächen über Teherans Atomprogramm.

G7 erhöhen Sanktionsdruck auf Russland - Trump fordert Putin zu Abkommen auf

Im Bemühen um ein Ende des Ukraine-Kriegs haben die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Frankreich den Druck auf Russland verstärkt und verschärfte Sanktionen angekündigt. Nach monatelanger Beschäftigung mit dem Iran-Krieg zeigte sich auch US-Präsident Donald Trump am Dienstag im französischen Evian bereit, auf diese Art auf ein Ende des Ukraine-Konflikts hinzuarbeiten. Er kündigte die Wiedereinführung ausgesetzter Öl-Sanktionen gegen Russland an und forderte Moskau auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen.

FBI-Chef: Möglicher Anschlag auf Käfigkampf zu Trump-Geburtstag vereitelt

Die US-Behörden haben nach Angaben der Bundespolizei FBI einen möglichen Anschlag auf die Käfigkampf-Veranstaltung zum 80. Geburtstag von Präsident Donald Trump vereitelt. "Die mutmaßlich geplanten Angriffe wurden im Keim erstickt", erklärte FBI-Chef Kash Patel am Dienstag im Onlinedienst X. Dank des raschen Eingreifens der Bundespolizei, des Justizministeriums und weiterer Behörden seien "zahlreiche" Verdächtige in mehreren Bundesstaaten festgenommen worden.

Textgröße ändern: