Deutsche Tageszeitung - Veto in Maine: Erstes Verbot in den USA für Bau von KI-Rechenzentren gescheitert

Veto in Maine: Erstes Verbot in den USA für Bau von KI-Rechenzentren gescheitert


Veto in Maine: Erstes Verbot in den USA für Bau von KI-Rechenzentren gescheitert
Veto in Maine: Erstes Verbot in den USA für Bau von KI-Rechenzentren gescheitert / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die Gouverneurin von Maine, Janet Mills, hat ihr Veto gegen das erste Bauverbot für große Datenzentren für KI-Technologie in den USA eingelegt. Grundsätzlich sei ein vorläufiges Bauverbot gerechtfertigt "angesichts der Auswirkungen riesiger Datenzentren in anderen Bundesstaaten auf die Umwelt und die Stromkosten", erklärte Mills am Freitag. Sie blockiere das Moratorium jedoch, weil es keine Ausnahme für ein Datenzentrum in einer Gegend im Nordosten von Maine zulasse, die unter einer Wirtschaftskrise leide.

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Das Parlament von Maine hatte das Moratorium Mitte April für Rechenzentren mit einer Kapazität von mehr als 20 Megawatt beschlossen. Damit sollte der Bau von KI-Rechenzentren zunächst bis November 2027 ausgesetzt werden. Eine der Initiatorinnen, die demokratische Abgeordnete Melanie Sachs, kritisierte Mills' Veto als "einfach falsch". Die Gouverneurin ignoriere damit "nicht nur den Rat ihrer eigenen Taskforce, sie widersetzt sich dem Willen der Mehrheit der Menschen in Maine", kritisierte Sachs.

Maine gehört laut der Internationalen Energieagentur zu den Bundesstaaten, in denen die Stromrechnung der Haushalte in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen ist. In zwei Städten des Bundesstaates wurde Ende 2025 der Bau von Rechenzentren abgelehnt. Die Behörden warfen den Unternehmen laut Medienberichten vor, sie hätten falsche Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch gemacht. Auch in elf weiteren US-Bundesstaaten wird derzeit ein Moratorium für KI-Rechenzentren geprüft.

Der Boom von Künstlicher Intelligenz führt zu einem riesigen Bedarf an Rechenzentren. Diese haben einen enormen Energieverbrauch, was die Strompreise für die Bürger in die Höhe treibt. Außerdem nehmen sie auch viel Platz ein, der dann nicht mehr für den Bau von Wohnungen oder Freizeit- und Grünanlagen zur Verfügung seht. Laut einer Umfrage der Quinnipiac University lehnen 65 Prozent der US-Bürger ein KI-Rechenzentrum in ihrer direkten Nachbarschaft ab.

(N.Loginovsky--DTZ)

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