Deutsche Tageszeitung - Schüsse bei Korrespondenten-Dinner mit Trump: Mutmaßlicher Täter festgenommen

Schüsse bei Korrespondenten-Dinner mit Trump: Mutmaßlicher Täter festgenommen


Schüsse bei Korrespondenten-Dinner mit Trump: Mutmaßlicher Täter festgenommen
Schüsse bei Korrespondenten-Dinner mit Trump: Mutmaßlicher Täter festgenommen / Foto: © @REALDONALDTRUMP / TRUTH SOCIAL/AFP

Wegen eines Schusswaffenangriffs während seiner Teilnahme am traditionellen Korrespondenten-Dinner in Washington ist US-Präsident Donald Trump am Samstagabend (Ortszeit) eilig in Sicherheit gebracht worden. Der mutmaßliche Schütze wurde vor Ort festgenommen, Trump warf ihm Mordabsichten vor, die der Mann offenbar als "einsamer Wolf" verfolgt habe. Der Angriff hatte sich in einem Kontrollbereich außerhalb des Festsaals ereignet, in dem sich Trump mit seiner Frau Melania befand.

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Durch die Schüsse wurde laut Trump in naher Entfernung ein Sicherheitsbeamter getroffen, der den Angriff aber dank seiner kugelsicheren Weste überlebt habe. Laut dem Washingtoner Polizeichef Jeffrey Carroll wurde der Beamte ins Krankenhaus eingeliefert, sei aber "frohgemut".

In einer Pressekonferenz kurz nach dem Vorfall sagte Trump, der Schütze habe "mehrere Waffen" bei sich gehabt und sei ein "Möchtegern-Mörder". Der US-Präsident fügte hinzu, nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden und seiner Ansicht nach sei der Schütze ein "einsamer Wolf", also ein Einzeltäter.

Der Hintergrund der Tat war zunächst unbekannt. Trump sagte bei seiner Pressekonferenz, der Vorfall werde ihn nicht davon abhalten, "den Krieg im Iran zu gewinnen". "Ich weiße nicht, ob das irgendetwas damit zu tun hatte, ich denke wirklich, dass es nicht so ist, auf Grundlage dessen was wir wissen", fügte der Präsident hinzu. Wenige Minuten zuvor hatte er allerdings gesagt, man könne "nie wissen", ob die Tat nicht mit dem Krieg der USA gegen Iran zusammenhänge.

Trump veröffentlichte ein Video einer Überwachungskamera, das den mutmaßlichen Schützen auf der Flucht vor den Sicherheitskräften zeigt. Aus der Washingtoner Stadtverwaltung hieß es, der Schütze habe als Gast in dem Hotel logiert und sei mit einem Gewehr, einer Handfeuerwaffe und Messern bewaffnet gewesen.

Trump hatte am Samstag das erste Mal an dem jährlichen Korrespondenten-Dinner teilgenommen. Die Schüsse fielen, kurz bevor er das Wort ergreifen sollte, in einem Kontrollbereich außerhalb des Festsaals.

Der US-Präsident und seine Frau Melania wurden rasch von Sicherheitskräften abgeschirmt und aus dem Hilton-Hotel in Sicherheit gebracht. Auch Vize-Präsident JD Vance und alle anderen beteiligten Kabinettsmitglieder überstanden den Vorfall nach Trumps Angaben unversehrt. An Trumps Tisch hatte auch seine hochschwangere Pressesprecherin Karoline Leavitt gesessen, die sich am Freitag in den Mutterschutz verabschiedet hatte.

Seine eilig anberaumte Pressekonferenz nach dem Vorfall hielt Trump noch in dem Smoking, den er bei dem Dinner getragen hatte. Auch viele Journalistinnen und Journalisten erschienen noch im Abendkleid oder mit Fliege, um ihre Fragen zu stellen.

Nach eigenen Angaben will Trump das Dinner in einem Monat nachholen. Die Organisatoren hatten zunächst ihre Absicht erklärt, die Veranstaltung fortzusetzen, dann jedoch über ihre Verschiebung informiert.

Während des Dinners hatten sich hunderte geladene Gäste in dem Hotel aufgehalten. Nach den Schüssen riefen Sicherheitskräfte "Auf den Boden!", Gäste in festlicher Abendkleidung suchten unter den Tischen Schutz. Polizisten stürmten den Veranstaltungsort, auf der Bühne bezogen Sicherheitsbeamte mit gezogenen Waffen Stellung. Über dem Veranstaltungsort flogen Hubschrauber. Die Gäste wurden schließlich aufgefordert, sich nach draußen zu begeben.

Trump erklärte kurz nach dem Vorfall, die Sicherheitskräfte vor Ort hätten einen "fantastischen Job" gemacht und "schnell und mutig" gehandelt. In seiner Pressekonferenz sagte er, bei dem Washingtoner Hilton-Hotel, in dem das Dinner der White House Correspondents Association (WHCA) stattfand, handele es sich "nicht um ein besonders sicheres Gebäude".

In dem Hotel, in dem seit seiner Eröffnung im Jahr 1965 immer wieder bedeutende politische Veranstaltungen stattfanden, hatte 1981 der damalige US-Präsident Ronald Reagan bei einem Mordanschlag eine Schusswunde erlitten.

Trump selbst war im Juli 2024 während des Wahlkampfes für seine zweite Amtszeit knapp einem Attentat entgangen, als ihn im Bundesstaat Pennsylvania ein 20 Jahre alter Schütze äußerst knapp verfehlte. Die Kugel verletzte Trump damals nur leicht am Ohr. Ein Zuschauer starb, der Schütze wurde vom Secret Service erschossen.

Mitte September 2024 ereignete sich ein weiterer Zwischenfall, als sich am Rand von Trumps Golfplatz ein Mann mit einem Gewehr im Gebüsch versteckte. Der 58-Jährige wurde festgenommen und später wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Anders als alle anderen US-Präsidenten der vergangenen 100 Jahre hatte Trump das Korrespondenten-Dinner bislang gemieden. Bei der Veranstaltung bekommen US-Präsidenten traditionell auf humorvolle Art ihr Fett weg und können sich mit witzig formulierten Repliken revanchieren.

Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar vergangenen Jahres hat seine Regierung immer wieder Maßnahmen gegen unliebsame US-Medien ergriffen und etablierten Medien den Zugang zu den Pressekonferenz des Weißen Hauses erschwert.

(M.Dylatov--DTZ)

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