Deutsche Tageszeitung - Überfall auf Rüstungsfirma in Ulm: Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen

Überfall auf Rüstungsfirma in Ulm: Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen


Überfall auf Rüstungsfirma in Ulm: Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen
Überfall auf Rüstungsfirma in Ulm: Prozess gegen fünf Angeklagte begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Knapp acht Monate nach einem Angriff auf ein Rüstungsunternehmen in Ulm hat vor dem Landgericht Stuttgart der Prozess gegen fünf Beschuldigte begonnen. Die Anklage wurde zum Verhandlungsbeginn am Montag noch nicht verlesen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Verhandlung wurde unterbrochen, nachdem sich die elf Verteidiger erst aus dem Sitzungssaal entfernten und anschließend auf den Plätzen der Angeklagten saßen, so dass diese nicht vorgeführt werden konnten.

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Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart wirft den fünf Angeklagten im Alter zwischen 25 und 40 Jahren vor, sich am 8. September an einem Überfall auf eine Rüstungsfirma in Ulm beteiligt und einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht zu haben. Sie wurden noch am Tatort festgenommen.

Die drei Frauen und zwei Männer sollen zusammen mit mindestens sechs weiteren Tätern das Rüstungsunternehmen Elbit Systems Deutschland, eine deutsche Tochterfirma des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems, angegriffen haben. Laut Generalstaatsanwaltschaft verschafften sie sich über ein Seitenfenster Zugang und schlugen mit Werkzeugen auf Bildschirme, Computer und Telefone sowie ein Waschbecken und Toiletten ein.

In einem technischen Labor zerstörten sie der Anklage zufolge sensible Messeinrichtungen und elektronische Geräte. Noch unbekannte Beteiligte beschädigten zudem Glasflächen und Fassade des Eingangsbereichs mit Werkzeugen und roter Farbe.

Bei den fünf Angeklagten handelt es sich um mutmaßliche propalästinensische Aktivisten, sie sollen der Organisation Palestine Action Germany angehören. Die irischen, britischen, spanischen und deutschen Staatsangehörigen sollen zuvor aus Berlin angereist sein und in einer Ferienwohnung nahe Ulm vor der Tat Bekennervideos für die sozialen Netzwerke gedreht haben.

Die Anklage legt den Beschuldigten mitgliedschaftliche Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, gemeinschaftliche Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zur Last. Für den Prozess vor dem Landgericht Stuttgart sind bislang Verhandlungstage bis Ende Juli bestimmt.

(V.Korablyov--DTZ)

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