Deutsche Tageszeitung - Israels Verteidigungsminister: Hisbollah-Miliz "spielt mit dem Feuer"

Israels Verteidigungsminister: Hisbollah-Miliz "spielt mit dem Feuer"


Israels Verteidigungsminister: Hisbollah-Miliz "spielt mit dem Feuer"
Israels Verteidigungsminister: Hisbollah-Miliz "spielt mit dem Feuer" / Foto: © AFP

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat vor ernsthaften Folgen der ablehnenden Haltung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz zu Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon gewarnt. Hisbollah-Chef Naim Kassem "spielt mit dem Feuer, und das Feuer wird die Hisbollah und den gesamten Libanon verbrennen", sagte Katz am Montag nach Angaben seines Büros.

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"Wenn sich die libanesische Regierung weiterhin unter den Schutz der Terrororganisation Hisbollah stellt, wird ein Feuer ausbrechen und die Zedern des Libanon verschlingen", fuhr Katz fort.

Zuvor hatte Hisbollah-Chef Kassem direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon als "schwere Sünde" bezeichnet. "Wir lehnen direkte Verhandlungen mit Israel kategorisch ab" erklärte er. Die Hisbollah werde die Ergebnisse der Verhandlungen ignorieren und ihren Kampf fortsetzen.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun verteidigte die Mitte des Monats begonnenen Verhandlungen mit Israel dagegen. "Mein Ziel ist es, den Kriegszustand mit Israel zu beenden", erklärte der Staatschef. Er betonte, er werde "kein demütigendes Abkommen akzeptieren".

Der Präsident wies die scharfe Kritik der Hisbollah an den Gesprächen mit Israel zurück. "Was wir tun, ist kein Verrat. Vielmehr begehen diejenigen Verrat, die ihr Land in den Krieg führen, um ausländische Interessen durchzusetzen", sagte er, ohne die von Teheran unterstützte Miliz namentlich zu erwähnen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte derweil, die Raketen und Drohnen der Hisbollah stellten für sein Land weiterhin eine zentrale Bedrohung dar. Dies erfordere "eine Kombination aus operativen und technologischen Maßnahmen", erklärte Nentanjahu nach Angaben seines Büros.

Die Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel waren von den USA vermittelt worden. Die beiden Nachbarländer unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Mitte April trafen sich diplomatische Vertreter Israels und des Libanon zu ersten direkten Gesprächen seit Jahrzehnten in Washington. Nach einem weiteren Treffen in der vergangenen Woche gab US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um drei Wochen bekannt.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden: Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, feuerte als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Auch nach Inkrafttreten der Waffenruhe setzten Israel und die Hisbollah-Miliz ihre gegenseitigen Angriffe fort. Die israelische Armee nahm am Montag nach eigenen Angaben Stellungen der Hisbollah in der östlichen Region Bekaa sowie weitere Ziele im Süden des Libanon ins Visier.

(G.Khurtin--DTZ)

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