Deutsche Tageszeitung - Jüdische Organisation: Zwei Menschen in London niedergestochen

Jüdische Organisation: Zwei Menschen in London niedergestochen


Jüdische Organisation: Zwei Menschen in London niedergestochen
Jüdische Organisation: Zwei Menschen in London niedergestochen / Foto: © AFP

In London sind nach Angaben von jüdischen Organisationen zwei Menschen niedergestochen worden. Der Angriff habe sich am Mittwoch im Stadtteil Golders Green ereignet, in dem viele Juden leben, erklärte die Gruppe Shomrim in Onlinediensten. Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen, wie die jüdische Organisation Community Security Trust (CST) im Onlinedienst X mitteilte. Londons Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den "verabscheuungswürdigen Angriff auf zwei jüdische Londoner".

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Der mit einem Messer bewaffnete Mann sei festgenommen worden, "als er versuchte, jüdische Menschen niederzustechen", erklärte Shomrim. Die Verletzten wurden demnach vom jüdischen Rettungsdienst Hatzola behandelt.

Der britische Regierungschef Keir Starmer nannte die Berichte über den Messerangriff "zutiefst beunruhigend". Alle müssten "klar" ihre Entschiedenheit zum Kampf gegen derartige Angriffe bekunden, "von denen es in letzter Zeit zu viele gegeben hat", sagte er im Parlament. Londons Bürgermeister Khan sprach von einer "Serie schockierender antisemitischer Angriffe" auf die jüdische Gemeinschaft in der britischen Hauptstadt. "Es darf in der Gesellschaft absolut keinen Raum für Antisemitismus geben", betonte er.

Im März waren in Golders Green vier Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Brand gesetzt worden. Die Polizei wertete den Vorfall als antisemitisch motiviertes Verbrechen. Seitdem gab es in London mehrere weitere Brandanschläge, vor allem auf israelische oder jüdische Einrichtungen, aber auch auf einen persischsprachigen Fernsehsender, der der iranischen Opposition nahesteht. Viele der Anschläge beanspruchte die bisher weitgehend unbekannte Gruppe Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija (Hayi) für sich, die offenbar mit dem Iran in Verbindung steht.

Erst am Montag hatte der deutsche Verfassungsschutz vor der Gruppe Hayi gewarnt. Die Drohungen der Gruppierung, sich "nicht mehr nur auf 'einfache' Angriffe zu beschränken, sondern langfristig auch gefährlichere Tatmittel einzubeziehen", sei neu. Der Verfassungsschutz vermutet hinter Hayi ein irakisch-schiitisches Netzwerk.

Das Muster der Angriffe deutet nach Einschätzung des Terrorismusexperten Peter Neumann darauf hin, dass dahinter Auftraggeber aus dem Iran stecken könnten. Die iranischen Revolutionsgarden würden "in Europa seit einiger Zeit schon diese Art von Anschlägen propagieren", sagte der Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King's College.

(O.Tatarinov--DTZ)

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