Deutsche Tageszeitung - Kreml: Siegesparade am 9. Mai ohne Panzer - Wegen Bedrohung aus Ukraine

Kreml: Siegesparade am 9. Mai ohne Panzer - Wegen Bedrohung aus Ukraine


Kreml: Siegesparade am 9. Mai ohne Panzer - Wegen Bedrohung aus Ukraine
Kreml: Siegesparade am 9. Mai ohne Panzer - Wegen Bedrohung aus Ukraine / Foto: © AFP/Archiv

Aus Angst vor ukrainischen Angriffen will Russland in diesem Jahr bei seiner Parade zum Sieg über Nazi-Deutschland am 9. Mai keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät in Moskau auffahren. Angesichts der "terroristischen Bedrohung" würden alle Schritte unternommen, um "die Gefahr zu minimieren", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch vor Journalisten. Normalerweise demonstriert Russland bei der Parade seine militärische Stärke.

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Im vergangenen Jahr waren zum 80. Jahrestag des Weltkriegsendes T-90-Panzer, Iskander-Raketen, Drohnen und auch Interkontinental-Raketen vom Typ Jars über den Roten Platz gefahren worden - neben einem Aufmarsch von etwa 11.000 Soldaten. Kiew hatte damals versucht, die Feierlichkeiten im Vorfeld mit massiven Drohnenangriffen auf Moskau zu stören, was zu einem Chaos im Flugverkehr führte. Dennoch nahmen zahlreiche hochrangige Gäste aus dem Ausland an der Parade teil, darunter der chinesische Präsident Xi Jinping.

In den vergangenen Monaten war es der Ukraine zunehmend gelungen, Ziele tief hinter der Front auf russischem Territorium anzugreifen, darunter Energieanlagen und Militäreinrichtungen. Regelmäßig starteten auch Drohnenschwärme in Richtung der russischen Hauptstadt. Moskau spricht im Zusammenhang mit den Angriffen häufig von "Terrorismus", während Kiew sie als legitime Antwort auf die fast täglichen nächtlichen Bombardierungen ukrainischer Städte rechtfertigt.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Dienstagabend im Onlinedienst Telegram, "aufgrund der aktuellen Einsatzlage" werde die Siegesparade in Moskau ohne militärisches Gerät stattfinden, außerdem würden mehrere Militärakademien und Kadetten-Corps nicht teilnehmen. Bei der Parade sollen den Angaben zufolge aber Vertreter aller Abteilungen der Streitkräfte vertreten sein.

Zudem sollen demnach Videos von Truppen gezeigt werden, die "Aufgaben im Gebiet des speziellen Militäreinsatzes" ausführen. Mit dem Begriff wird in Russland die Offensive in der Ukraine umschrieben.

Der Zweite Weltkrieg, in dem mehr als 20 Millionen Menschen in der Sowjetunion starben, war vor 81 Jahren durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht zu Ende gegangen. In Westeuropa wird des Ereignisses am 8. Mai gedacht. In Russland wird der "Tag des Sieges" wegen der Zeitverschiebung am 9. Mai gefeiert.

(A.Nikiforov--DTZ)

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