Deutsche Tageszeitung - Trump droht Iran im Atomstreit: Teheran soll "besser schnell zur Vernunft kommen"

Trump droht Iran im Atomstreit: Teheran soll "besser schnell zur Vernunft kommen"


Trump droht Iran im Atomstreit: Teheran soll "besser schnell zur Vernunft kommen"
Trump droht Iran im Atomstreit: Teheran soll "besser schnell zur Vernunft kommen" / Foto: © AFP

Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen um das iranische Atomprogramm hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran weiter erhöht. Der Iran solle "besser schnell zur Vernunft kommen", schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Dazu veröffentlichte er ein KI-generiertes Bild von sich mit einem Sturmgewehr in der Hand. Einem Bericht im "Wall Street Journal" zufolge will der US-Präsident Teheran durch eine lange Blockade der iranischen Häfen zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegen.

Textgröße ändern:

"Der Iran kriegt es nicht geregelt. Sie wissen nicht, wie man einen nicht-nuklearen Deal unterzeichnet", schrieb Trump bei Truth Social. Das von ihm verbreitete Bild zeigt ihn mit Sonnenbrille und Sturmgewehr vor einer kargen Landschaft, in der Explosionen zu sehen sind. Darüber steht in dicken Großbuchstaben: "Kein Mr. Nice Guy mehr".

Wenige Stunden zuvor hatte Trump ein weiteres Mal versichert, der Iran sei im Krieg mit den USA und Israel bezwungen. "Wir haben diesen speziellen Gegner militärisch besiegt", sagte der US-Präsident in Washington. "Wir werden diesen Gegner niemals eine Atomwaffe besitzen lassen", betonte er.

Die USA und andere westliche Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und verweist auf sein Recht, Uran für zivile Zwecke anzureichern. Die USA und Israel begannen Ende Februar mit Luftangriffen auf Teheran den Iran-Krieg. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Am 8. April trat eine Waffenruhe in Kraft.

Seit Kriegsbeginn ist die für die weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus durch das iranische Militär weitgehend gesperrt. Der Ölpreis stieg seither steil an. Die US-Armee blockiert ihrerseits iranische Häfen. Das "Wall Street Journal" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf ungenannte Regierungsmitarbeiter, Trump habe Vertreter der nationalen Sicherheitsbehörden angewiesen, sich auf eine lang andauernde Blockade iranischer Häfen vorzubereiten.

Der US-Präsident soll dem Bericht zufolge bei einer Besprechung im Weißen Haus am Montag entschieden haben, dass sowohl eine Wiederaufnahme der Bombardierungen als auch ein Zurückziehen der USA aus dem Iran-Krieg zu riskant wären. Der US-Präsident sagte demnach, die US-Marine solle stattdessen weiterhin die iranischen Öl-Exporte beschränken, bis Teheran in alle Forderungen Washingtons einwillige.

Dem Bericht zufolge glaubt der US-Präsident nicht, dass die iranische Führung ehrlich verhandelt. Er hoffe darauf, dass Teheran dazu gezwungen werden könne, die Urananreicherung für 20 Jahre auszusetzen und danach strenge Einschränkungen zu akzeptieren.

Die Folgen des Konflikts sind auch im Iran deutlich zu spüren, wo die Nationalwährung Rial am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979 fiel. "Sie fahren zu Verhandlungen und kommen mit noch mehr Sanktionen zurück, und bei den Gesprächen geht es immer nur um die Atomfrage. Von den Menschen, der Wirtschaft oder der Freiheit ist nie die Rede", sagte Ali, ein 52-jähriger Architekt, der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die bisher erfolglos gebliebenen US-iranischen Atomgespräche der vergangenen Jahre.

Bundesaußenminister Johan Wadephul (CDU) bekräftigte unterdessen seine Forderung nach einer Wiederöffnung der Straße von Hormus. Irans Schließung der Meerenge habe "verheerende wirtschaftliche Auswirkungen und könnte eine globale Hungersnot auslösen", schrieb Wadephul nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres in New York. Guterres und er seien sich "einig, dass wir eine diplomatische Lösung brauchen. Die UN muss eine Schlüsselrolle beim Lösen internationaler Konflikte spielen", schrieb der Minister.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Russlandfreundliche Amtsinhaberin Jotowa gewinnt Präsidentschaftswahl in Bulgarien

Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Präsidentschaftswahl in Bulgarien Prognosen zufolge gewonnen. Die 62-Jährige setzte sich in der Stichwahl am Sonntag laut Nachwahlbefragungen klar gegen ihren pro-westlichen Herausforderer Andrej Gjurow durch. Jotowa kam demnach auf zwischen 50,7 und 52,5 Prozent, Gjurow auf zwischen 43,4 und 44 Prozent.

Vermögen und Onlineaktivitäten: China verstärkt Kontrolle von Partei-Funktionären

Die Kommunistische Partei Chinas will die Aufsicht über ihre Funktionäre verschärfen, indem sie deren Vermögen und Onlineaktivitäten genau untersucht. Dies geht aus einem Dokument hervor, das die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag nach Abschluss der Sitzung des Zentralkomitees der Partei in Peking veröffentlichte. In der mehrtägigen Sitzung war es vor allem um Führungsverhalten und den Kampf gegen Korruption gegangen.

Massive Gewalt nach "GenZ-Protesten" - Plünderungen in Frankfurt am Main

Die Befürchtungen vor Gewalt rund um die bundesweiten "GenZ"-Protesten haben sich teilweise bestätigt. In Frankfurt am Main kam es in der Nacht zu Sonntag nach Behördenangaben zu massiven Angriffen auf Einsatzkräfte und der Plünderung mehrerer Geschäfte, der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) machte gewaltbereite Störer mit Migrationshintergrund verantwortlich. Auch in Köln und Hamburg kam es nach Angaben der Polizei zu Ausschreitungen.

Hamas-Behörden melden acht Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der Hamas-Behörden acht Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Fünf Menschen starben nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes am Sonntag in Chan Junis, drei weitere Todesopfer gab es demnach in der Stadt Gaza. Das Hamas-Innenministerium erklärte, die israelische Luftwaffe habe in Chan Junis Polizisten angegriffen. Die israelische Armee gab an, sie habe "Terroristen" ins Visier genommen.

Textgröße ändern: