Deutsche Tageszeitung - Messerangreifer verletzt zwei Juden in London - Serie antisemitischer Anschläge

Messerangreifer verletzt zwei Juden in London - Serie antisemitischer Anschläge


Messerangreifer verletzt zwei Juden in London - Serie antisemitischer Anschläge

Bei einem Messerangriff in einem von vielen Juden bewohnten Stadtteil von London sind zwei Juden verletzt worden. Ein Verdächtiger wurde nach Angaben der jüdischen Organisation Shomrim nach dem Angriff am Mittwoch festgenommen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan und Regierungschef Keir Starmer verurteilten den "verabscheuungswürdigen Angriff" im nördlichen Stadtteil Golders Green. In London hatte es in den vergangenen Wochen eine ganze Serie von Brandanschlägen auf Synagogen und jüdische Einrichtungen gegeben.

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Der mit einem Messer bewaffnete Mann sei festgenommen worden, "als er versuchte, jüdische Menschen niederzustechen", erklärte Shomrim. Die Verletzten wurden demnach vom jüdischen Rettungsdienst Hatzola behandelt.

"Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien", erklärte Premierminister Starmer im Onlinedienst X. Die Verantwortlichen würden zur Verantwortung gezogen. Londons Bürgermeister Khan sprach von einer "Serie schockierender antisemitischer Angriffe" auf die jüdische Gemeinschaft in der britischen Hauptstadt. "Es darf in der Gesellschaft absolut keinen Raum für Antisemitismus geben", betonte er.

Das israelische Außenministerium forderte die britische Regierung auf, "entschieden und dringend" gegen den Antisemitismus vorzugehen, der sich derzeit im Vereinigten Königreich ausbreite. Nach mehreren Angriffen auf Synagogen und jüdische Einrichtungen könne die Regierung "nicht länger behaupten, sie habe die Lage im Griff". Öffentliche Erklärungen von Premier Starmer reichten nicht aus, betonte das Ministerium.

Seit Beginn des Iran-Kriegs durch Angriffe der USA und Israels Ende Februar gab es in London eine ganze Reihe von zumeist Brandanschlägen auf Synagogen und andere jüdische oder israelische Einrichtungen. 26 Verdächtige wurden im Zuge der Anschlagsserie bislang festgenommen.

Viele der Anschläge beanspruchte die zuvor weitgehend unbekannte Gruppe Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija (Islamische Bewegung des Volkes der Rechten Hand, Hayi) für sich, die offenbar mit dem Iran in Verbindung steht.

Erst am Montag hatte der deutsche Verfassungsschutz vor der Gruppe Hayi gewarnt. Die Drohungen der Gruppierung, sich "nicht mehr nur auf 'einfache' Angriffe zu beschränken, sondern langfristig auch gefährlichere Tatmittel einzubeziehen", sei neu. Der Verfassungsschutz vermutet hinter Hayi ein irakisch-schiitisches Netzwerk.

Das Muster der Angriffe deutet nach Einschätzung des Terrorismusexperten Peter Neumann auf mögliche Auftraggeber aus dem Iran hin. Die iranischen Revolutionsgarden würden "in Europa seit einiger Zeit schon diese Art von Anschlägen propagieren", hatte der Professor für Sicherheitsstudien am Londoner King's College gesagt.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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