Deutsche Tageszeitung - Erste Anhörung von Hegseth seit Beginn des Iran-Krieges - Scharfe Kritik der Demokraten

Erste Anhörung von Hegseth seit Beginn des Iran-Krieges - Scharfe Kritik der Demokraten


Erste Anhörung von Hegseth seit Beginn des Iran-Krieges - Scharfe Kritik der Demokraten
Erste Anhörung von Hegseth seit Beginn des Iran-Krieges - Scharfe Kritik der Demokraten / Foto: © AFP

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist in seiner ersten Anhörung vor Kongressabgeordneten seit dem Beginn des Iran-Krieges mit scharfer Kritik und vielen Fragen konfrontiert worden. Zusammen mit Generalstabschef Dan Caine musste Hegseth am Mittwoch dem Verteidigungsausschuss des Repräsentantenhauses mehrere Stunden lang Rede und Antwort stehen. Die Kosten des Krieges bezifferte der Minister auf bislang rund 25 Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Euro).

Textgröße ändern:

Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar beklagen Parlamentarier sowohl der Demokraten als auch der Republikaner einen Mangel an Informationen von Seiten der Regierung.

Gleich zu Beginn der Anhörung gab sich der Pentagon-Chef, der sich selbst als "Kriegsminister" bezeichnet, kämpferisch und sagte, die wichtigste Herausforderung seien die "defätistischen Worte von Demokraten und einigen Republikanern im Kongress".

"Wohin gehen wir? Wie werden diese taktischen Siege zu einem strategischen Erfolg werden?", fragte der demokratische Abgeordnete Adam Smith in seinen einleitenden Worten mit Blick auf das iranische Atomprogramm. Smith verwies auf die negativen Folgen des Iran-Krieges für die Region, die getöteten US-Soldaten und Zivilisten, und verlangte nach "dem Plan, um unsere Ziele zu erreichen". Zudem fragte er Hegseth, wie die "tödlichen militärischen Maßnahmen" des Krieges dazu beitragen könnten, das iranische Atomprogramm zu schwächen.

Hegseth erwiderte darauf, auf das "sehr schlechte" Atomabkommen mit dem Iran zu zielen, aus dem US-Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit ausgestiegen sei.

Der ebenfalls demokratische Abgeordnete John Garamendi warf Hegseth vor, "die amerikanische Öffentlichkeit vom ersten Tag an über diesen Krieg belogen" zu haben. Er beschrieb die Lage in der Golfregion als "geopolitische Katastrophe, schweren strategischen Fehler", die zu einer '"weltweiten Wirtschaftskrise" führten.

"In den 60 Tagen von Trumps Iran-Krieg sei wichtige Munition in einem alarmierenden Ausmaß verbraucht worden". Waffenbestände seien nicht mehr groß genug, um China auf Abstand zu halten, kritisierte Garamendi außerdem und beschrieb den Konflikt als "Sumpf". Hegseth kritisierte diese Bezeichnung und warf Garamendi vor, damit "unseren Feinden Propaganda zu liefern".

Auf die Frage nach den Kosten des Iran-Krieges erklärte Hegseth, diese würden derzeit auf weniger als 25 Milliarden Dollar geschätzt. Als Abgeordnete weitere Fragen zu den Kriegskosten stellten, sagte der Minister: "Die Frage, die ich diesem Ausschuss stellen würde, lautet: Was ist es wert, sicherzustellen, dass der Iran niemals eine Atomwaffe erhält?"

Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg am 28. Februar mit Luftangriffen auf Teheran begonnen. Am 8. April trat eine Waffenruhe in Kraft, die US-Präsident Donald Trump inzwischen auf unbestimmte Zeit verlängerte. Eine dauerhafte Lösung für den Konflikt und seine massiven wirtschaftlichen Folgen gibt es bisher aber nicht.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Xi sagt Myanmar "feste" Unterstützung durch China zu

Chinas Präsident Xi Jinping hat dem international weitgehend isolierten Myanmar die chinesische Unterstützung bei der Verteidigung seiner Souveränität zugesichert. Peking stehe "fest" hinter den Bemühungen Myanmars um Erhaltung seiner Souveränität und territorialen Integrität, sagte Xi laut Berichten des Staatsfernsehens am Dienstag bei einem Treffen mit dem myanmarischen Machthaber Min Aung Hlaing in Peking.

Trump: Russland sollte mit Ukraine "ein Abkommen schließen"

US-Präsident Donald Trump hat Russland zu einer Vereinbarung mit Kiew zur Beendigung des Ukraine-Kriegs aufgefordert. "Russland sollte ein Abkommen schließen", sagte Trump am Rande des G7-Gipfels am Dienstag im französischen Evian. Er bestätigte, dass er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Evian bereits getroffen habe, ein weiteres Gespräch bei dem Gipfel mit ihm sei geplant.

Nach Wahldebakel: Doppelspitze soll SPD in Baden-Württemberg führen

Nach dem historisch schlechten Ergebnis für die SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg stellt sich die Partei an ihrer Spitze neu auf. Bei einer Mitgliederbefragung stimmten 56,5 Prozent für eine Doppelspitze aus Isabel Cademartori und Robin Mesarosch, wie die Landespartei in Stuttgart am Dienstag mitteilte. Das Duo soll nun dem Landesparteitag am Freitag und Samstag in Ulm zur Wahl als Landeschefin und Landeschef vorgeschlagen werden.

Französischer Inlandsgeheimdienst beendet Zusammenarbeit mit US-Unternehmen Palantir

Der französische Inlandsgeheimdienst beendet seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen US-Tech-Unternehmen Palantir. "Wir können im digitalen Bereich keine neuen strategischen Abhängigkeiten akzeptieren", sagte Premierminister Sébastien Lecornu am Dienstag in einem in Onlinediensten verbreiteten Video. Lecornu kündigte an, Frankreich werde 655 Millionen Euro in die Entwicklung eines eigenen Systems basieren, das auf Künstlicher Intelligenz (KI) beruhe.

Textgröße ändern: