Deutsche Tageszeitung - Pro-russicher slowakischer Regierungschef Fico kündigt Besuch in der Ukraine an

Pro-russicher slowakischer Regierungschef Fico kündigt Besuch in der Ukraine an


Pro-russicher slowakischer Regierungschef Fico kündigt Besuch in der Ukraine an
Pro-russicher slowakischer Regierungschef Fico kündigt Besuch in der Ukraine an / Foto: © POOL/AFP

Der nationalistische slowakische Regierungschef Robert Fico - nach der Abwahl von Ungarns Regierungschef Viktor Orban der engste Verbündete von Kreml-Chef Wladimir Putin in der EU - hat einen Besuch in der Ukraine angekündigt. Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärte Fico am Samstag: "Wir werden das Format gemeinsamer Regierungssitzungen fortsetzen und zudem gegenseitige Besuche in unseren Hauptstädten vornehmen." Fico hatte es bisher vermieden, nach Kiew zu reisen.

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"Ich habe bestätigt, dass die Slowakei den EU-Beitritt der Ukraine unterstützt, denn wir wollen, dass die Ukraine, unser Nachbar, ein stabiles und demokratisches Land ist", erklärte Fico weiter. Er äußerte zudem den Wunsch nach "freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Slowakei und der Ukraine.

"Wir brauchen starke Beziehungen zwischen unseren Ländern, und wir beide befürworten das", erklärte Selenskyj seinerseits im Onlinedienst X. Er unterstrich außerdem die Bedeutung der Unterstützung der Slowakei für einen EU-Beitritt seines Landes und betonte, er habe den slowakischen Ministerpräsidenten nach Kiew eingeladen und sich für dessen Einladung nach Bratislava bedankt, mit der "Möglichkeit eines persönlichen Treffens in naher Zukunft".

Fico erklärte, dass er Selenskyj am Montag am Rande des Gipfeltreffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Eriwan sehen werde.

Bis zu Ficos Rückkehr ins Amt des Ministerpräsidenten im Oktober 2023 zählte die Slowakei zu den entschlossenen Unterstützern des von Russland angegriffen Nachbarlands Ukraine. Unter Fico, der dem russischen Präsidenten Putin nahe steht, stellte das Land jedoch jegliche Militärhilfe für Kiew ein. Ende kommender Woche reist Fico nach Moskau, wo er an den Feierlichkeiten zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland teilnehmen will.

Unterdessen wurden in der Ukraine und in Russland bei gegenseitigen Drohnenangriffen mindestens vier Menschen getötet. Bei russischen Drohnenangriffen im Süden der Ukraine starben laut Behördenangaben vom Sonntag drei Menschen. Durch ukrainische Drohnen sei in der Nähe von Moskau ein 77-jähriger Mann getötet worden, erklärte der Regionalgouverneur. Zudem wurden laut Kiew in Russland wichtige Ölanlagen getroffen.

Der Gouverneur der südukrainischen Region Odessa, Oleh Kiper, teilte in Online-Netzwerken mit, bei Angriffen seien zwei Menschen getötet worden, darunter ein Lastwagenfahrer in einem Hafen. "Feindliche Drohnen haben drei Wohngebäude getroffen, zwei weitere wurden beschädigt", erklärte er. Auch Hafeninfrastruktur sei beschädigt worden.

Bei russischen Angriffen auf das Frontgebiet der südukrainischen Region Cherson wurde Behördenangaben zufolge ein weiterer Mensch getötet. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland in der Nacht zum Sonntag 268 Drohnen und eine Rakete auf die Ukraine ab.

Die Ukraine wiederum attackierte Russland mit mindestens 334 Drohnen in 15 Regionen, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Auch die nordwestliche Region Leningrad wurde massiv attackiert.

Dort wurden nach Angaben der ukrainischen Regierung in den vergangenen Wochen mehrere Male für den Export wichtige Ölterminals getroffen, wodurch Ausfuhren im Wert von mehreren Milliarden Dollar vereitelt worden seien.

Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf, die durch den Krieg in der Golfregion gesteigert wurden, sind für die russische Wirtschaft und die Finanzierung der Streitkräfte entscheidend.

Selenskyj teilte am Sonntag mit, zwei Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte seien vor dem Hafen Noworossijsk im Schwarzen Meer getroffen worden. Er veröffentlichte in der Nacht aufgenommene Schwarz-Weiß-Bilder von einer Drohne, die sich einem Tanker nähert. Der verursachte Schaden war unklar.

In seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine greift Russland das Nachbarland fast jede Nacht mit hunderten Drohnen an. Im Gegenzug attackiert die ukrainische Armee regelmäßig die russische Energieinfrastruktur und militärische Ziele. Beide Seiten dementieren Angriffe auf Zivilisten.

(W.Uljanov--DTZ)

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