Deutsche Tageszeitung - Israel fliegt neue Angriffe gegen Hisbollah - Ministerium: Mindestens ein Toter

Israel fliegt neue Angriffe gegen Hisbollah - Ministerium: Mindestens ein Toter


Israel fliegt neue Angriffe gegen Hisbollah - Ministerium: Mindestens ein Toter
Israel fliegt neue Angriffe gegen Hisbollah - Ministerium: Mindestens ein Toter / Foto: © AFP

Trotz der im Libanon geltenden Feuerpause hat Israel im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz erneut Ziele im Süden des Landes angegriffen. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei am Sonntag mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt. Ein Parlamentsabgeordneter der Hisbollah im libanesischen Parlament drohte unterdessen, die vom Iran finanzierte Miliz könne die im April begonnenen direkten Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel zum Scheitern bringen.

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Wie das Gesundheitsministerium weiter mitteilte, wurden bei einem der israelischen Angriffe auf die südlibanesische Stadt Arabsalim mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt, darunter ein Kind. Im unweit davon gelegenen Srifa wurden demnach zudem fünf Menschen verletzt, hierunter seien vier Rettungskräfte der Hisbollah-nahen Organisation Islamisches Gesundheitskomitee. Getroffen wurde in Srifa demnach eine Einrichtung der Organisation.

Das libanesische Gesundheitsministerium verurteilte den Angriff und warf der israelischen Armee vor, die Genfer Menschenrechtskonvention zu missachten.

Die israelische Armee hatte zuvor Evakuierungsaufrufe für mehr als zehn Ortschaften nördlich des Flusses Litani veröffentlicht, die Orte liegen außerhalb des von ihr kontrollierten Gebietes im Süden des Libanon. Darunter waren auch die später angegriffenen Orte Arabsalim und Srifa. Der libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge wurden aber auch nicht in dem Aufruf enthaltene Ortschaften getroffen.

Der Generalstabschef der israelischen Armee, Ejal Samir, kündigte an, "jegliche Bedrohung" nördlich des Flusses Litani werde "eliminiert".

Seit dem 17. April gilt eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon. Dessen ungeachtet hat Israel seitdem wiederholt Angriffe ausgeführt. Diese galten laut israelischen Armeeangaben Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz. Dem Waffenruhe-Abkommen zufolge hat Israel das Recht, gegen "geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe" vorzugehen.

Parallel dazu laufen derzeit erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern. Israel und der Libanon unterhalten bislang keine direkten diplomatischen Beziehungen zueinander.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun hatte Israel vor diesem Hintergrund dazu aufgerufen, die Waffenruhe "vollständig umzusetzen".

Am Sonntag drohte ein Abgeordneter der Hisbollah im Parlament von Beirut, Hassan Fadlallah, seine Organisation sei in der Lage, die Friedensverhandlungen zwischen Israel und dem Libanon scheitern zu lassen. "Diese Verhandlungen mit all ihren Auswirkungen gehen uns nichts an. Wir werden sie nicht umsetzen, wir werden nicht zulassen, dass sie zum Abschluss kommen", sagte Fadlallah.

Im Libanon sorgte unterdessen ein in einem Fernsehsender veröffentlichtes Video für Aufruhr, in dem Anführer und Kämpfer der Hisbollah als Figuren aus dem Videospiel "Angry Birds" dargestellt wurden. Die schiitische Miliz reagierte erbost auf die Karikatur und bezeichnete sie als "beleidigend". Hisbollah-Anhänger posteten als Reaktion zahlreiche Beleidigungen gegen den christlichen Patriarchen im Libanon. Regierungschef Nawaf Salam warnte vor einer "Atmosphäre verheerender Konflikte".

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte und im Libanon seit Jahrzehnten einflussreiche Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 2600 Menschen bei den Angriffen getötet. 17 israelische Soldaten kamen im Einsatz ums Leben, zudem wurde ein für die Armee tätiger israelischer Zivilist getötet.

(G.Khurtin--DTZ)

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