Deutsche Tageszeitung - Mindestens neun Tote nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine

Mindestens neun Tote nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine


Mindestens neun Tote nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine
Mindestens neun Tote nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine / Foto: © AFP

Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine sind am Montag mindestens neun Menschen getötet worden. Ukrainischen Behörden zufolge wurden in der Stadt Merefa in der ostukrainischen Region Charkiw bei einem Raketenangriff am Vormittag sieben Menschen getötet, im Süden des Landes starben demnach zwei Menschen bei einem Drohnenangriff. Zuvor war in der Nacht auf Montag ein Hochhaus in der russischen Hauptstadt Moskau von einer ukrainischen Drohne getroffen worden. Dabei wurde nach Angaben der Stadtverwaltung niemand verletzt.

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Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleg Synegubow, teilte am Montag im Onlinedienst Telegram mit, bei dem Angriff in Merefa seien vier Männer im Alter zwischen 50 und 68 Jahren sowie drei Frauen im Alter von 74, 41 und 52 Jahren getötet worden. Behördenangaben zufolge wurden zudem mehr als 30 Menschen verletzt, darunter ein zweijähriges Kind.

Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Angriff mit einer ballistischen Rakete vom Typ Iskander verübt. Augenzeugen berichteten von einer gewaltigen Erschütterung, die Fensterscheiben zum Bersten gebracht habe. Merefa zählt etwa 20.000 Einwohner und liegt rund 15 Kilometer von Charkiw entfernt, der zweitgrößten Stadt der Ukraine.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah abgedeckte Leichname in den Straßen und zerstörte Häuser und Geschäfte. Eine Frau streichelte mit gesenktem Kopf den Leichnam eines Angehörigen, der in seinem Auto getötet worden war. Der 41-jährige Igor Kolodjajny verlor seine Frau bei dem Angriff. Er erzählte, dass er zehn Minuten vor ihr das Haus verlassen hatte. Als er die Explosion hörte und sie telefonisch nicht erreichen konnte, sei er mit dem Auto wieder zurückgerast. "Ich kam näher und ich sah, dass ich keine Frau mehr habe", sagte er AFP mit zitternder Stimme.

Später am Tag wurde Behördenangaben zufolge in der Stadt Wilnjansk in der Region Saporischschja ein Paar durch eine Drohne getötet, eine Frau im Alter von 62 und ein Mann im Alter von 51 Jahren. Zudem wurden demnach vier Menschen verletzt, darunter die Tochter des Paares. Ein Markt und eine Kirche wurden beschädigt.

In Moskau wurde bei dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Hochhaus in einem wohlhabenden Viertel nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin niemand verletzt. Der Staatssender Rossija-1 veröffentlichte ein Video, das eingestürzte Wände und beschädigte Türen zeigt. Sobjanin zufolge wurden zwei weitere Drohnen, die auf Moskau abzielten, in der Nacht von der Luftabwehr abgefangen. Am Morgen sei dann eine weitere Drohne unschädlich gemacht worden.

Die Angriffe erfolgten nur wenige Tage vor Russlands großer Parade zum Jahrestag des sowjetischen Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai. Sie findet in diesem Jahr wegen der erhöhten Gefahr durch ukrainische Angriffe ohne schweres militärisches Gerät statt.

Seit Beginn seiner Invasion der Ukraine vor mehr als vier Jahren fliegt Russland regelmäßig Luftangriffe auf das Nachbarland und insbesondere auf wichtige Infrastruktureinrichtungen. Als Reaktion feuerte die Ukraine wiederholt Drohnen auf Russland ab. In den vergangenen Wochen verstärkte Kiew seine Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur. Die ukrainischen Drohnen erreichen jedoch selten Moskau, das durch zahlreiche Luftabwehrsysteme abgeschirmt wird.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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