Deutsche Tageszeitung - US-Einsatz in Straße von Hormus: Sorge vor neuer militärischer Eskalation wächst

US-Einsatz in Straße von Hormus: Sorge vor neuer militärischer Eskalation wächst


US-Einsatz in Straße von Hormus: Sorge vor neuer militärischer Eskalation wächst
US-Einsatz in Straße von Hormus: Sorge vor neuer militärischer Eskalation wächst / Foto: © ISNA/AFP

Am ersten Tag des US-Militäreinsatzes zur Sicherung der Straße von Hormus wächst angesichts von Angriffen auf Schiffe und Ziele in der Golfregion die Sorge vor einer militärischen Eskalation: Die US-Armee gab am Montag die Zerstörung von mindestens sechs iranischen Kleinbooten und die Abwehr zahlreicher Drohnen und Raketenangriffe bekannt, was Teheran dementierte. Iranische Medien hatten zuvor Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff sowie Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern gemeldet - was wiederum Washington zurückwies. Aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman wurden derweil mehrere Verletzte nach erneuten iranischen Angriffen bekannt gegeben.

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Die US-Armee hatte zuvor die erfolgreiche Durchfahrt von US-Kriegsschiffen durch die für den Welthandel wichtige Meerenge bekannt gegeben, die Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs de facto blockierte. Die Zerstörer befänden sich nun im Persischen Golf, erklärte das für die Golfregion zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte.

Zudem hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe die Golfregion verlassen. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, die US-Marineschiffe hätten iranische Warnungen vor der Weiterfahrt missachtet. Daraufhin habe die iranische Marine als "Warnschuss" Marschflugkörper, Raketen und Drohnen "um die feindlichen Schiffe des Aggressors herum" abgefeuert.

Das für den Nahen Osten und die Golfregion zuständige Regionalkommando der US-Armee (Centcom) teilte seinerseits mit, die Zerstörer der Marine seien zur Unterstützung der Mission "Projekt Freiheit" im Einsatz. So wird der US-Marineeinsatz in der Straße von Hormus genannt, den US-Präsident Donald Trump am Vortag angekündigt hatte. Ziel der Marinemission ab Montag sei die Sicherung der Meerenge für die Handelsschifffahrt, wegen der iranischen Blockade festsitzende Schiffe sollten aus der Meerenge hinaus "geleitet" werden.

Trump spielte die Folgen des US-Marineeinsatzes an dessen ersten Tag herunter: Der Iran habe lediglich "einige Schüsse abgegeben", jedoch nur an einem südkoreanischen Frachter Schäden erzeugt. "Abgesehen von dem südkoreanischen Schiff gab es zum jetzigen Zeitpunkt keine Schäden bei der Passage durch die Meerenge", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Für Dienstag kündigte Trump eine Pressekonferenz von Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine zu dem US-Einsatz an, der am Montag begonnen hatte. Er schrieb, die US-Streitkräfte hätten dabei zunächst sieben iranische Boote zerstört.

Das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (Centcom) hatte zuvor von sechs zerstörten iranischen Booten gesprochen. Zudem seien alle von iranischer Seite abgefeuerten Raketen und Drohnen "erfolgreich bekämpft" worden.

Teheran dementierte jedoch, dass iranische Schiffe versenkt wurden: "Die Behauptung der USA, sie hätten eine Reihe iranischer Kriegsboote versenkt, ist falsch", erklärte ein hochrangiger iranischer Militärvertreter im Staatsfernsehen.

Zuvor am Montag hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars Raketenangriffe auf ein US-Militärschiff in dem Gebiet gemeldet, was jedoch vom US-Militär umgehend dementiert wurde. "Es wurde kein US-Marineschiff getroffen", erklärte Centcom im Onlinedienst X.

Die iranischen Revolutionsgarden dementierten wiederum, dass Handelsschiffe die Meerenge passiert hätten. "Keine Handelsschiffe oder Öltanker haben in den vergangenen Stunden die Straße von Hormus passiert", erklärten sie auf Telegram. "Die Behauptungen von US-Vertretern" seien "komplett falsch".

Bei der US-Militärmission "Projekt Freiheit" sollen Centcom-Angaben zufolge unter anderem Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Flugzeuge und 15.000 Militärangehörige eingesetzt werden. Ziel sei dabei eine Öffnung der Straße von Hormus.

Die für den weltweiten Handel mit Rohöl und Flüssiggas immens wichtige Meerenge wird seit Beginn des Iran-Kriegs von den iranischen Streitkräften weitgehend gesperrt. Derzeit gilt in dem Ende Februar durch US-israelische Luftangriffe auf den Iran begonnenen Krieg eine Waffenruhe - die durch den sich wieder verschärfenden Konflikt um die Straße von Hormus bedroht ist.

Die israelischen Streitkräfte gaben bekannt, sich angesichts der jüngsten US-Angriffe auf iranische Boote in "höchster Alarmbereitschaft" zu befinden. "Unsere Luftabwehrsysteme und Offensivkapazitäten sind weiterhin in höchster Einsatzbereitschaft", erklärte ein Militärsprecher.

Auch in der Golfregion kam es am Montag zu neuen Angriffen: Emiratische Behörden meldeten einen iranischen Angriff mit mehreren Drohnen und Marschflugkörpern auf verschiedene Landesteile. Unter anderem wurde demnach dadurch ein Brand in einer Einrichtung der Energieinfrastruktur in der Hafenstadt Fudschaira ausgelöst. Bei den Angriffen seien mindestens drei Menschen verletzt worden. Das emiratische Außenministerium verurteilte die Angriffe Teherans als "gefährliche Eskalation". Der Schulunterricht werde aus Sicherheitsgründen in der aktuellen Woche lediglich digital stattfinden, gab das Bildungsministerium bekannt.

Im Oman wurden derweil zwei Menschen bei Angriffen auf Wohngebäude verletzt, wie örtliche Medien berichteten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die jüngsten Angriffe Teherans auf die Emirate als "eindeutige Verletzung der Souveränität und des Völkerrechts". Die Angriffe seien "inakzeptabel", erklärte von der Leyen im Onlinedienst X.

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Die gleichzeitige weitgehende Sperre der Straße von Hormus durch die iranischen Streitkräfte ließ den Ölpreis steil ansteigen. Kurz nach Beginn des US-Marineeinsatzes in der Meerenge stieg der Ölpreis der Nordseesorte Brent um fünf Prozent.

(B.Izyumov--DTZ)

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