Deutsche Tageszeitung - Angriffe vor angekündigten Waffenruhen: Selenskyj wirft Russland "Zynismus" vor

Angriffe vor angekündigten Waffenruhen: Selenskyj wirft Russland "Zynismus" vor


Angriffe vor angekündigten Waffenruhen: Selenskyj wirft Russland "Zynismus" vor
Angriffe vor angekündigten Waffenruhen: Selenskyj wirft Russland "Zynismus" vor / Foto: © STATE EMERGENSY SERVICE OF UKRAINE/AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland "Zynismus" wegen tödlicher Angriffe vorgeworfen, während Moskau gleichzeitig eine Waffenruhe rund um die Siegesparade am 9. Mai fordert. Es sei "blanker Zynismus, eine Waffenruhe zu fordern, um Propaganda-Feierlichkeiten abzuhalten, während man im Vorfeld jeden einzelnen Tag solche Raketen- und Drohnenangriffe ausführt", erklärte Selenskyj am Dienstag als Reaktion auf neue russische Angriffe mit mehreren Toten. Russland könne das Feuer jederzeit einstellen "und das würde den Krieg und unsere Reaktionen beenden", erklärte der ukrainische Präsident.

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Moskau und Kiew hatten am Montag einseitige Waffenruhen zu unterschiedlichen Daten angekündigt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, rund um die Feier zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. und 9. Mai die Waffen schweigen lassen zu wollen. Die Parade am 9. Mai in Moskau ist für gewöhnlich eine große Machtdemonstration. In diesem Jahr soll sie nur in abgespeckter Form ohne Militärausrüstung stattfinden aus Furcht vor ukrainischen Angriffen.

Selenskyj wiederum erklärte wenig später, die Ukraine wolle ihrerseits in der Nacht zum Mittwoch um Mitternacht eine Waffenruhe beginnen lassen.

Derweil verzeichneten die Behörden in der Ukraine mehrere Tote bei russischen Angriffen. In der zentralukrainischen Region Poltawa habe ein russischer Drohnen- und Raketenangriff drei Arbeiter eines Energieunternehmens und zwei Rettungskräfte getötet, hieß es von den örtlichen Behörden. 37 weitere Menschen seien verletzt worden.

In der Region Charkiw wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Mensch getötet, zwei Menschen seien verletzt worden. Russland habe elf ballistische Raketen und 164 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, erklärten die ukrainischen Behörden.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte derweil, zwischen Montagabend und Dienstagmorgen seien mehr als 300 ukrainische Drohnen abgeschossen worden.

In der Vergangenheit hatte es mehrere kurze Feuerpausen gegeben. Doch auch mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion ist kein Ende des Ukraine-Krieges in Sicht.

(P.Tomczyk--DTZ)

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