Deutsche Tageszeitung - Anwältin: Inhaftierte iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi "zwischen Leben und Tod"

Anwältin: Inhaftierte iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi "zwischen Leben und Tod"


Anwältin: Inhaftierte iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi "zwischen Leben und Tod"
Anwältin: Inhaftierte iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi "zwischen Leben und Tod" / Foto: © NARGES MOHAMMADI FOUNDATION/AFP/Archiv

Die im Iran inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi schwebt nach Angaben ihrer Anwältin zwischen Leben und Tod. "Wir hatten nie so viel Angst um ihr Leben wie jetzt, sie kann jeden Moment sterben", sagte ihre Anwältin Chirinne Ardakani am Dienstag in Paris.

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Die 54-jährige Aktivistin war am Freitag aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus in Sandschan im Nordwesten des Landes gebracht worden. Das Nobelpreis-Komitee in Oslo hatte vergeblich gefordert, Mohammadi "umgehend in die Obhut ihres eigenen Ärzteteams in Teheran zu überstellen".

Mohammadis Familie ist besorgt, dass sie zu spät ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie habe zuvor zwei Mal das Bewusstsein verloren und ernste Herzprobleme, hatte die Familie erklärt.

Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht, ihre beiden in Paris lebenden, erwachsenen Kinder hat sie seit 2015 nicht mehr gesehen.

2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.

Im Dezember 2024 wurde Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen "vorübergehend" aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis entlassen. Im Dezember 2025 wurde sie in der ostiranischen Stadt Maschhad erneut festgenommen, weil sie bei einer Beerdigung Irans geistliche Führer kritisiert hatte.

Im Februar dieses Jahres teilte Mohammadis Stiftung mit, dass sie einen aus Protest gegen ihre Haftbedingungen begonnenen Hungerstreik nach sechs Tagen beendet habe. Ihr Gesundheitszustand sei "äußerst besorgniserregend", hieß es. Im März erlitt Mohammadi einen Herzinfarkt.

(G.Khurtin--DTZ)

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