Deutsche Tageszeitung - Mindestens 22 Tote bei russischen Angriffen auf Kramatorsk, Saporischschja und Dnipro

Mindestens 22 Tote bei russischen Angriffen auf Kramatorsk, Saporischschja und Dnipro


Mindestens 22 Tote bei russischen Angriffen auf Kramatorsk, Saporischschja und Dnipro
Mindestens 22 Tote bei russischen Angriffen auf Kramatorsk, Saporischschja und Dnipro / Foto: © AFP

Kurz vor einer angekündigten Waffenruhe rund um die Siegesparade am 9. Mai hat Russland die Ukraine erneut mit heftigen Angriffen überzogen. Landesweit wurden ukrainischen Angaben zufolge dabei am Dienstag mindestens 22 Menschen getötet. Am Abend meldete Präsident Wolodymyr Selenskyj vier weitere Tote bei einem russischen Angriff auf die zentralukrainische Stadt Dnipro. Angesichts der bevorstehenden Feuerpause warf Selenskyj Russland "Zynismus" vor.

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Die Angriffe trafen insbesondere die frontnahen ukrainischen Städte Kramatorsk im Osten und Saporischschja im Süden. Mindestens zwölf Menschen wurden in Saporischschja nach Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow getötet, in Kramatorsk laut Präsident Selenskyj mindestens fünf Menschen. In Kramatorsk war Selenskyj zufolge mit einer noch größeren Opferzahl zu rechnen, der russische Angriff habe "mitten auf das Stadtzentrum" gezielt.

Mindestens fünf weitere Menschen wurden laut Selenskyj dort verletzt. Der Gouverneur von Kramatorsk, Wadim Filaschkin, hatte zunächst von drei Todesopfern gesprochen. Der Angriff auf das Stadtzentrum sei mit "drei hochexplosiven Bomben" erfolgt, erklärte er im Onlinedienst Telegram. Das in der größtenteils von Russland besetzten ostukrainischen Region Donezk gelegene Kramatorsk gilt als strategisch wichtige Festungsstadt für das ukrainische Militär. Ein weiteres Todesopfer gab es in Nikopol.

Zu dem Angriff am Dienstagabend auf Dnipro mit mindestens vier weiteren Toten und einem weiteren Angriff auf Saporischschja sagte Selenskyj, es sei "unerlässlich, dass Russland gezwungen wird, diesen Krieg zu beenden".

Zuvor waren bereits aus anderen Teilen der Ukraine Tote und Verletzte bei nächtlichen russischen Angriffen gemeldet worden. In der zentralukrainischen Region Poltawa wurden laut örtlichen Behörden vier Menschen getötet, in der Region Charkiw wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Mensch getötet. Ukrainischen Angaben zufolge handelte es sich bei den Toten in Poltawa um Mitarbeiter des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz sowie Rettungskräfte.

Selenskyj hatte Russland nach den jüngsten Angriffen "Zynismus" vorgeworfen, weil der Kreml trotz einer angekündigten Waffenruhe rund um die Siegesparade am 9. Mai in Moskau "weiter Raketen- und Drohnenangriffe ausführt". Russland könne schon jetzt das Feuer einstellen - "und das würde den Krieg und unsere Reaktionen beenden", erklärte Selenskyj am Dienstag.

Moskau und Kiew haben diese Woche einseitige Waffenruhen zu unterschiedlichen Terminen angekündigt. Moskau hat eine Waffenruhe während der Feierlichkeiten zum 9. Mai zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg angekündigt. Kiew reagierte darauf mit dem Verkünden einer Feuerpause, die am 6. Mai um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten soll.

In Russland gaben Behördenvertreter indes bekannt, dass bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Tscheboksary zwei Menschen getötet worden seien. Nach Angaben der regionalen Behörden wurden 32 Menschen verletzt, nachdem eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen war, das Hunderte Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt. Das russische Verteidigungsministerium gab an, 300 ukrainische Drohnen abgefangen zu haben.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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