Deutsche Tageszeitung - US-Außenminister Rubio spielt vor Besuch beim Papst Konflikt über Iran herunter

US-Außenminister Rubio spielt vor Besuch beim Papst Konflikt über Iran herunter


US-Außenminister Rubio spielt vor Besuch beim Papst Konflikt über Iran herunter
US-Außenminister Rubio spielt vor Besuch beim Papst Konflikt über Iran herunter / Foto: © AFP/Archiv

US-Außenminister Marco Rubio hat vor seiner Rom-Reise den Konflikt zwischen Präsident Donald Trump und Papst Leo XIV. heruntergespielt. Es seien "einige Dinge passiert", seine Reise sei aber bereits zuvor geplant gewesen, sagte Rubio am Dienstag in Washington. Trump hatte wütend auf Friedens-Aufrufe des Papstes im Iran-Krieg reagiert und den Pontifex scharf kritisiert.

Textgröße ändern:

Rubio sagte weiter, es gebe eine Menge Themen, die er am Donnerstag bei seinem Treffen mit dem Papst besprechen wolle. "Wir haben gemeinsame Anliegen in Bezug auf Religionsfreiheit – Religionsfreiheit in verschiedenen Teilen der Welt", sagte Rubio unter Verweis auf Leos jüngste Reise nach Afrika.

Nach Angaben des US-Außenministeriums will Rubio mit dem katholischen Kirchenoberhaupt "die Lage in der Golfregion und gemeinsame Interessen in der westlichen Hemisphäre besprechen".

Während seiner Rom-Reise von Mittwoch bis Freitag will Rubio demnach zudem mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni zusammenkommen. In italienischen Medien wird der Besuch des US-Außenministers als "Tauwetter"-Diplomatie dargestellt.

Der in den USA geborene Papst hatte in seiner ersten Osterbotschaft und in weiteren Stellungnahmen die Gewalt im Iran-Krieg verurteilt. Er erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"

Trump warf dem Pontifex daraufhin vor, sich mit einem Land gemein zu machen, "das eine Atomwaffe will". Der Papst wiederum sagte, er habe "keine Angst" vor der Trump-Regierung und sehe es als seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen.

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni verurteilte Trumps Kritik am Papst als "inakzeptabel". Der US-Präsident äußerte sich daraufhin kritisch über seine bisherige Verbündete und drohte Italien mit dem Teilabzug von US-Soldaten.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew

Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.

Textgröße ändern: