Deutsche Tageszeitung - Ukraine: Russland hat einseitig verkündete Waffenruhe mit mehr als 100 Drohnen gebrochen

Ukraine: Russland hat einseitig verkündete Waffenruhe mit mehr als 100 Drohnen gebrochen


Ukraine: Russland hat einseitig verkündete Waffenruhe mit mehr als 100 Drohnen gebrochen
Ukraine: Russland hat einseitig verkündete Waffenruhe mit mehr als 100 Drohnen gebrochen / Foto: © AFP

Kurz nach Beginn einer einseitig von Präsident Wolodymyr Selenskyj ausgerufenen Waffenruhe in der Ukraine hat Russland erneut zahlreiche Ziele in dem Nachbarland attackiert. Nach Angaben aus Kiew feuerte die russische Armee in der Nacht zum Mittwoch 108 Drohnen und drei Raketen auf die Ukraine ab. "Das zeigt, dass es Russland nicht um Frieden geht", erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sibyha am Mittwoch in Onlinediensten. Russland meldete dagegen zunächst nur wenige ukrainische Angriffe.

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In der Ukraine wurde unter anderem eine Industrieanlage in der südlichen Region Saporischschja attackiert, wie Regionalgouverneur Iwan Fedorow erklärte. Verletzte gab es demnach nicht. Das russische Verteidigungsministerium gab seinerseits an, in der Nacht 53 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben - weit weniger als in den Vortagen.

Sowohl Moskau als auch Kiew hatten für diese Woche einseitige Waffenruhen angekündigt - jedoch zu unterschiedlichen Terminen. Während die von der Ukraine verkündete Feuerpause um Mitternacht in Kraft trat, will Russland die Waffen rund um die Feierlichkeiten am 9. Mai zum Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg schweigen lassen. An die von Kiew ausgerufene Waffenruhe fühlt sich Moskau dagegen nicht gebunden.

Am Dienstag hatte Russland die Ukraine erneut mit heftigen Angriffen überzogen. In verschiedenen Teilen des Landes wurden dabei nach ukrainischen Angaben mindestens 28 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Bei ukrainischen Angriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim wurden am Dienstag fünf Menschen getötet. Einen Toten gab es nach russischen Angaben bei einem Drohnenangriff in Zentralrussland.

Selenskyj hatte Russland nach den jüngsten Angriffen "Zynismus" vorgeworfen, weil der Kreml trotz der angekündigten Waffenruhe "weiter Raketen- und Drohnenangriffe ausführt".

In der Vergangenheit hatte es mehrere kurze Feuerpausen gegeben. Doch auch mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion ist kein Ende des Ukraine-Krieges in Sicht. Zwischenzeitliche Vermittlungsgespräche der USA waren ohne Ergebnis verlaufen.

(L.Svenson--DTZ)

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