Deutsche Tageszeitung - Wahlen in England, Wales und Schottland: Britischem Premier Starmer droht herbe Niederlage

Wahlen in England, Wales und Schottland: Britischem Premier Starmer droht herbe Niederlage


Wahlen in England, Wales und Schottland: Britischem Premier Starmer droht herbe Niederlage
Wahlen in England, Wales und Schottland: Britischem Premier Starmer droht herbe Niederlage / Foto: © AFP

Härtetest für den britischen Regierungschef Keir Starmer: Bei den Regionalwahlen am Donnerstag in Schottland und Wales sowie den Kommunalwahlen in England droht der linksgerichteten Labour-Partei des Premierministers eine herbe Niederlage. Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr MESZ und schließen um 22.00 Uhr MESZ. Erste Ergebnisse dürften in der Nacht zum Freitag bekanntgegeben werden.

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Umfragen zufolge muss sich die Labour-Partei auf deutliche Stimmenverluste einstellen. Dagegen dürften die Grünen und die Rechtsaußen-Partei Reform UK Stimmen hinzugewinnen. Sollte die Labour-Partei sehr schlecht abschneiden, dürfte das die Rufe nach einem Rücktritt des ohnehin schon angeschlagenen Premierministers verstärken.

Starmer ist es bislang nicht gelungen, die Wirtschaft anzukurbeln und den Anstieg der Lebensmittelpreise zu stoppen. Zuletzt belastete die Epstein-Affäre um das langjährige Labour-Schwergewicht Peter Mandelson den Premier zusätzlich. Starmer hatte den Parteifreund zum Botschafter in Washington ernannt - trotz dessen Verbindungen zum 2019 verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Besonderes Augenmerk gilt der Abstimmung in Wales, wo Labour zum ersten Mal seit der Gründung des dortigen Regionalparlaments vor 27 Jahren die Kontrolle über das Abgeordnetenhaus verlieren könnte. Die Meinungsforscher des Instituts YouGov rechnen in Wales mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der migrationsfeindlichen Partei Reform UK und der Mitte-links-Partei Plaid Cymru, welche die Unabhängigkeit von Wales anstrebt.

Auch in Schottland befürchtet die britische Regierungspartei ein demütigendes Ergebnis bei der Wahl des Regionalparlaments. Als Starmer vor zwei Jahren von einer Welle der Begeisterung getragen in Downing Street einzog, war Labour zuversichtlich, in Edinburgh zum ersten Mal seit 2007 wieder an die Macht kommen zu können. Doch in Umfragen liegt nun die Scottish National Party in Führung, die sich für die Unabhängigkeit des Landesteils einsetzt.

In England werden rund 5000 Sitze in 136 Gemeinderäten neu besetzt. Der Meinungsforscher Robert Hayward prognostiziert, dass Labour von seinen derzeit 2550 Sitzen dort etwa 1850 verlieren könnte, wohingegen Reform UK etwa 1550 Sitze von Labour und den Tories gewinnen könnte. Die Grünen können demnach auf hunderte neue Sitze vor allem in London hoffen.

(I.Beryonev--DTZ)

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