Deutsche Tageszeitung - Staatsmedien: Nordkorea will neuartige Panzerhaubitzen an der Grenze zum Süden stationieren

Staatsmedien: Nordkorea will neuartige Panzerhaubitzen an der Grenze zum Süden stationieren


Staatsmedien: Nordkorea will neuartige Panzerhaubitzen an der Grenze zum Süden stationieren
Staatsmedien: Nordkorea will neuartige Panzerhaubitzen an der Grenze zum Süden stationieren / Foto: © KCNA VIA KNS/AFP

Nordkorea will im Zuge eines zunehmend feindlichen Kurses gegenüber Südkorea Panzerhaubitzen an der Grenze stationieren, die eine Reichweite bis zur südkoreanischen Hauptstadt Seoul hätten. Die "neuartigen 155-Millimeter-Panzerhaubitzen" sollten im Laufe dieses Jahres an der Grenze stationiert werden, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Freitag.

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Machthaber Kim Jong Un habe diese Woche eine Rüstungsfabrik besucht, in der die Panzerhaubitzen hergestellt würden, meldete KCNA. Sie hätten eine Reichweite von mehr als 60 Kilometern. Die Panzerhaubitzen würden "bedeutende Veränderungen und Vorteile für die Bodenoperationen unserer Streitkräfte bringen", zitierte KCNA Machthaber Kim.

Das Zentrum Seouls liegt etwa 50 bis 60 Kilometer von der Grenze zu Nordkorea entfernt. Auch ein Großteil der bevölkerungsreichsten südkoreanischen Provinz Gyeonggi wäre in Reichweite der Panzerhaubitzen.

In einem weiteren Bericht meldete KCNA, Kim habe am Donnerstag erneut den Marinezerstörer "Choe Hyon" besucht, um Tests vor dessen offizieller Indienststellung zu beobachten. Von den Staatsmedien veröffentlichte Bilder zeigten ihn mit seiner Tochter Ju Ae an Bord des Schiffs. Staatsmedien hatten schon Mitte April berichtet, dass Kim Waffentests beigewohnt habe, bei denen strategische Marschflugkörper und schiffsabwehrende Raketen von dem Zerstörer aus abgefeuert worden seien.

Nord- und Südkorea sind nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Bislang enthielt die nordkoreanische Verfassung ein Bekenntnis zur "Vereinigung des Vaterlands". Dieses Ziel erscheint nun nicht mehr in der Verfassung. Dies geht gemäß einer Auswertung der Nachrichtenagentur AFP aus einer Neufassung hervor, die offenbar bereits im März auf einem Kongress in Nordkorea beschlossen worden war.

Kim bezeichnete Südkorea im März zudem als "den uns am meisten feindlich gesinnten Staat". In den vergangenen Jahren ließ die Führung in Pjöngjang bereits Straßen und Eisenbahnlinien, die es mit dem Süden verbanden, zerstören und ließ Berichten zufolge Barrieren nahe der Grenze errichten.

Zuletzt rief der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung zu Gesprächen mit dem Norden auf, um "die Blume des Friedens zum Blühen zu bringen". Nordkorea ging aber nicht auf das Gesprächsangebot ein.

(A.Nikiforov--DTZ)

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