Deutsche Tageszeitung - Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Absturz von zwei Drohnen

Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Absturz von zwei Drohnen


Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Absturz von zwei Drohnen
Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Absturz von zwei Drohnen / Foto: © STATE EMERGENSY SERVICE OF UKRAINE/AFP

In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach Drohnenabstürzen ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei "nach dem Absturz zweier Drohnen im Naturschutzgebiet Tschernobyl" ausgebrochen und wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1180 Hektar (zwölf Quadratkilometern), erklärte Schutzgebietsleiter Denis Nesterow in Onlinediensten. Die radioaktiven Strahlungswerte lagen Behördenangaben zufolge "innerhalb der normalen Grenzen". Der Wind erschwere die Löscharbeiten. Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild von einer großen weißen Rauchsäule.

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Zur Herkunft der Drohnen wurden keine Angaben gemacht. Zunächst war lediglich eine Drohne gemeldet worden. Sie war den Behörden zufolge am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war. Nach der Katastrophe wurde wegen der Strahlenbelastung eine Sperrzone von 30 Kilometern eingerichtet. Hunderttausende Menschen wurden aus dem Gebiet evakuiert, das zu großen Teilen weiterhin stark radioaktiv kontaminiert ist.

Der Verwaltungschef der benachbarten Region Tschernihiw, Wjatscheslaw Tschaus, beschuldigte Moskau, für die Drohnenangriffe verantwortlich zu sein und die Löscharbeiten zu behindern. "Der Angreifer verhindert die Löschung des Feuers. Seine Drohnen kreisen ständig über dem Gebiet", erklärte Tschaus am Freitag. Er gab die von dem Brand betroffene Fläche sogar mit bis zu 40 Quadratkilometern an.

Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen. Trotzdem können den Angaben zufolge bei großen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden.

Die Ukraine hat Russland wiederholt Angriffe auf Atomanlagen vorgeworfen, darunter auch Tschernobyl. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle um das Akw durch eine russische Drohne beschädigt.

(V.Sørensen--DTZ)

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