Deutsche Tageszeitung - Libanon: Acht Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes

Libanon: Acht Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes


Libanon: Acht Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes
Libanon: Acht Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes / Foto: © AFP

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Samstag mindestens acht Menschen getötet worden. Unter den Opfern sei ein Mädchen, teilte das Ministerium mit. Bei Angriffen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz auf israelische Soldaten wurden nach Armeeangaben drei Reservisten verletzt. Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe, die von der Hisbollah aber nicht anerkannt wird.

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Bei einem israelischen Angriff auf die Stadt Saksakije wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sieben Menschen getötet, unter ihnen ein Mädchen. 15 Menschen, darunter drei Kinder, seien zudem verletzt worden.

Bei einem Angriff in der Stadt Nabatije wurde nach Ministeriumsangaben zudem ein Mann getötet. Die zwölfjährige Tochter des syrischen Staatsbürgers sei schwer verletzt worden und müsse sich einer Notoperation unterziehen.

Die israelische Armee hatte am Samstagmorgen ungeachtet der Waffenruhe mit dem Libanon die Bewohner von neun Dörfern im Süden des Libanon aufgefordert, sich zum Schutz vor geplanten Militärangriffen in Sicherheit zu bringen. "Angesichts des Verstoßes der terroristischen Hisbollah gegen die Waffenruhe-Vereinbarung" sei die israelische Armee gezwungen, "kraftvoll" gegen die Hisbollah vorzugehen, teilte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst X mit.

Libanesischen Staatsmedien berichteten anschließend von Angriffen auf mehrere Ziele im Süden des Landes sowie auf eine Autobahn südlich der Hauptstadt Beirut.

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz erklärte, sie habe als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Angriffe Soldaten im Norden Israels mit einer Drohne angegriffen. Zudem nahm die Miliz nach eigenen Angaben israelische Soldaten ins Visier, die im Südlibanon im Einsatz sind. Das israelische Militär erklärte, bei einem der Angriffe seien in Israel drei Reservisten verletzt worden, einer von ihnen schwer.

Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, sie habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 85 Infrastruktur-Einrichtungen der Hisbollah "aus der Luft und vom Boden aus" getroffen. Darunter seien Waffenlager, Abschussvorrichtungen und Bauten gewesen, die von der Hisbollah genutzt worden seien, um "terroristische Aktivitäten gegen israelische Zivilisten und Soldaten voranzutreiben".

Seit dem 17. April gilt eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon. Dessen ungeachtet setzten Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe fort. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor. Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel.

Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel Israels Vernichtung ist, lehnt sowohl die Waffenruhe als auch die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern ab. Die schiitische Miliz verübte seit Beginn der Waffenruhe nach eigenen Angaben mehrere Angriffe auf israelische Streitkräfte im Süden des Libanon sowie Angriffe auf Nordisrael.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

(I.Beryonev--DTZ)

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