Deutsche Tageszeitung - Libanon: Mindestens neun Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes

Libanon: Mindestens neun Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes


Libanon: Mindestens neun Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes
Libanon: Mindestens neun Tote bei israelischen Angriffen im Süden des Landes / Foto: © AFP

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Samstag mindestens neun Menschen getötet worden. Unter den Opfern sei ein Mädchen, teilte das Ministerium mit. Bei Angriffen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz auf israelische Soldaten wurden nach Armeeangaben drei Reservisten verletzt. Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe, die von der Hisbollah aber nicht anerkannt wird.

Textgröße ändern:

Bei einem israelischen Angriff auf die Stadt Saksakije wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sieben Menschen getötet, unter ihnen ein Mädchen. 15 Menschen, darunter drei Kinder, seien zudem verletzt worden.

Bei einem Angriff in der Stadt Nabatije wurde nach Ministeriumsangaben zudem ein Mann getötet. Die zwölfjährige Tochter des syrischen Staatsbürgers sei schwer verletzt worden und müsse sich einer Notoperation unterziehen.

In der südlichen Stadt Bedias wurde bei israelischen Angriffen laut dem Gesundheitsministerium ein weiterer Mensch getötet. 13 Menschen wurden demnach verletzt, darunter zwei Frauen und sechs Kinder.

Die israelische Armee hatte am Samstagmorgen ungeachtet der Waffenruhe mit dem Libanon die Bewohner von neun Dörfern im Süden des Libanon aufgefordert, sich zum Schutz vor geplanten Militärangriffen in Sicherheit zu bringen. "Angesichts des Verstoßes der terroristischen Hisbollah gegen die Waffenruhe-Vereinbarung" sei die israelische Armee gezwungen, "kraftvoll" gegen die Hisbollah vorzugehen, teilte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst X mit.

Libanesischen Staatsmedien berichteten anschließend von Angriffen auf mehrere Ziele im Süden des Landes sowie auf eine Autobahn südlich der Hauptstadt Beirut.

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz erklärte, sie habe als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Angriffe Soldaten im Norden Israels mit einer Drohne angegriffen. Zudem nahm die Miliz nach eigenen Angaben israelische Soldaten ins Visier, die im Südlibanon im Einsatz sind.

Die israelische Armee meldete mehrere Drohnen der Hisbollah, die in Richtung Israel unterwegs waren. Bei einem der Angriffe seien in Israel drei Reservisten verletzt worden, einer von ihnen schwer.

Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, sie habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 85 Infrastruktur-Einrichtungen der Hisbollah "aus der Luft und vom Boden aus" getroffen. Darunter seien Waffenlager, Abschussvorrichtungen und Bauten gewesen, die von der Hisbollah genutzt worden seien, um "terroristische Aktivitäten gegen israelische Zivilisten und Soldaten voranzutreiben".

Seit dem 17. April gilt eine Feuerpause zwischen Israel und dem Libanon. Dessen ungeachtet setzten Israel und die Hisbollah ihre gegenseitigen Angriffe fort. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor. Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel.

Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel Israels Vernichtung ist, lehnt sowohl die Waffenruhe als auch die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern ab. Die schiitische Miliz verübte seit Beginn der Waffenruhe nach eigenen Angaben mehrere Angriffe auf israelische Streitkräfte im Süden des Libanon sowie Angriffe auf Nordisrael.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Ukraine: Sieben Tote und mehr als 30 Verletzte bei russischen Angriffen

Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Städte Dnipro und Saporischschja sind insgesamt mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 30 Menschen verletzt worden. Bei einem Raketenangriff auf die zentralukrainische Industriestadt Dnipro wurden am Montagmorgen Behördenangaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet. "Russische Truppen haben einen Luftangriff auf ein privates Unternehmen in der Stadt Dnipro ausgeführt", teilte die ukrainische Polizei mit.

"Kurzsichtig und fatal": Steinmeier warnt vor Kürzung von Engagement für UNO

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat scharfe Kritik an Überlegungen zu einem verringerten deutschen Engagement für die Vereinten Nationen geübt. "Ein Rückzug wäre kurzsichtig, und er wäre fatal", sagte Steinmeier am Montag auf einer internationalen Konferenz in Hamburg. Dies rufe er "allen in meinem eigenen Land zu, die als Reaktion auf die Wahlniederlage den Nutzen der Vereinten Nationen in Frage stellen und sogar für die Rückführung unseres Engagements plädieren". Rückendeckung bekam der Bundespräsident von den Grünen.

Nach neuen Angriffen: Iran und USA machen widersprüchliche Angaben zu Verhandlungen

Nach neuen gegenseitigen Angriffen haben die USA und der Iran widersprüchliche Angaben zu neuen Verhandlungen gemacht. Wie US-Medien berichteten, sollen am Dienstag in Katar neue Verhandlungen stattfinden. Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte hingegen am Montag, in dieser Woche sei kein Treffen geplant. Der Iran gab aber erste Gespräche mit dem Oman über die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus bekannt.

Chinas Handelsminister Wang auf Europa-Besuch: Peking und Brüssel suchen Dialog

Elektroautos, Halbleiter, Seltene Erden: Chinas Handelsminister Wang Wentao und EU-Handelskommissar Maros Sefcovic haben bei ihrem Treffen am Montag in Brüssel eine Reihe von Streitthemen zu bereden. Er freue sich auf "gehaltvolle Gespräche", erklärte Sefcovic zum Auftakt im Onlinedienst X. Er hatte sich zuvor für eine "Neugewichtung" der Beziehungen nach Peking ausgesprochen.

Textgröße ändern: