Deutsche Tageszeitung - Mehr als 70 Labour-Abgeordnete fordern Starmer zum Rücktritt auf

Mehr als 70 Labour-Abgeordnete fordern Starmer zum Rücktritt auf


Mehr als 70 Labour-Abgeordnete fordern Starmer zum Rücktritt auf
Mehr als 70 Labour-Abgeordnete fordern Starmer zum Rücktritt auf / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Nach dem Wahldebakel seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen wächst der Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer. Bis Montagabend stellten sich mehr als 70 Labour-Abgeordnete gegen den Regierungschef und forderten seinen Rücktritt. Außenministerin Yvette Cooper und Innenministerin Shabana Mahmood riefen Starmer britischen Medien zufolge auf, für einen geordneten Machtwechsel zu sorgen.

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Vier Regierungsmitarbeiter verkündeten aus Protest gegen den Premierminister ihren Rücktritt. Starmer habe die Partei reformiert, sagte eine von ihnen, die frühere Außenamts-Mitarbeiterin Melanie Ward. Doch die Botschaft der Wahlen sei klar: "Der Premierminister hat das Vertrauen der Öffentlichkeit, diesen Wandel anzuführen, verloren."

Für eine parteiinterne Abstimmung über eine Ablösung Starmers müssten 81 der insgesamt 403 Labour-Abgeordneten dem Premier das Misstrauen aussprechen. In britischen Medien werden die frühere Vize-Regierungschefin Angela Rayner oder Gesundheitsminister Wes Streeting als mögliche Kandidaten gehandelt.

Bei den Wahlen am Donnerstag in England, Schottland und Wales hatten sowohl die rechtspopulistische Partei Reform UK als auch die Grünen zugelegt, während Labour auch in Hochburgen hunderte Sitze verlor. Starmer steht deswegen massiv unter Druck.

"Ich weiß, dass die Menschen frustriert sind über den Zustand Großbritanniens, frustriert sind über die Politik, und manche Menschen auch frustriert sind über mich", räumte Starmer am Montag ein. "Ich weiß, dass es Menschen gibt, die an mir zweifeln, und ich weiß, dass ich ihnen das Gegenteil beweisen muss – und das werde ich", kündigte der Premier an.

"Schrittweise Veränderungen" seien angesichts der massiven Unzufriedenheit in der Bevölkerung nicht mehr ausreichend. Seine Regierung wolle daher eine "umfassendere Antwort" geben. Starmer stellte Verbesserungen durch engere Beziehungen zur EU in Aussicht und kündigte Maßnahmen in der Energie- und Wirtschaftspolitik an, darunter ein Gesetz zur vollständigen Verstaatlichung des Stahlkonzerns British Steel.

(P.Tomczyk--DTZ)

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