Deutsche Tageszeitung - Umfrage in Thüringen: Große Unterstützung für Demokratie - geringe Zufriedenheit

Umfrage in Thüringen: Große Unterstützung für Demokratie - geringe Zufriedenheit


Umfrage in Thüringen: Große Unterstützung für Demokratie - geringe Zufriedenheit
Umfrage in Thüringen: Große Unterstützung für Demokratie - geringe Zufriedenheit / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als jeder zweite Thüringer ist unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie. Wie aus der am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Langzeitbefragung "Thüringen-Monitor" hervorgeht, verharrt der Anteil derer, die damit zufrieden sind, wie die Demokratie in der Praxis gelingt, bei 44 Prozent. 56 Prozent sind hingegen ernüchtert.

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Das zeigt sich auch in einem niedrigen Vertrauen in die Bundes- und Landesregierung. Nur etwa ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten vertraut der Bundesregierung, und nicht einmal ein Drittel (29 Prozent) vertraut der Landesregierung. Grundsätzlich stimmen aber 90 Prozent der Aussage zu, dass die Demokratie die beste aller Staatsideen ist. Dies ist den Studienautoren zufolge der höchste Wert der vergangenen 25 Jahre.

Für den von der Staatskanzlei in Auftrag gegebenen "Thüringen-Monitor" untersucht die Universität Jena seit dem Jahr 2000 jährlich die Entwicklung der politischen Einstellungen zu Demokratie, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Befragt wurden zwischen dem 2. Juni und dem 4. Juli 2025 insgesamt 3838 wahlberechtigte Thüringerinnen und Thüringer.

Rechtsextreme Einstellungen sind danach weiterhin verbreitet und bleiben im Vergleich zum Vorjahr mit 18 Prozent weitgehend konstant. Die fremdenfeindliche Aussage, dass die Bundesrepublik "durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maße überfremdet" sei, erhielt im Jahr 2025 mit 57 Prozent aber eine geringere Zustimmung als noch 2024 mit 63 Prozent.

Erstmals wieder leicht rückläufig sind auch ethnozentrische Einstellungen, welche die Werte und Besonderheiten der eigenen Ethnie über andere stellen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es hier einen Rückgang um vier Prozentpunkte auf 43 Prozent. Auch ein starkes Nationalgefühl unterstützen mit 53 Prozent weniger Thüringer als noch 2024 mit 61 Prozent.

(W.Uljanov--DTZ)

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