Deutsche Tageszeitung - Mindestens fünf Tote bei schweren russischen Angriffen auf Kiew

Mindestens fünf Tote bei schweren russischen Angriffen auf Kiew


Mindestens fünf Tote bei schweren russischen Angriffen auf Kiew
Mindestens fünf Tote bei schweren russischen Angriffen auf Kiew / Foto: © AFP

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht zum Donnerstag Ziel schwerer russischer Angriffe geworden. Bei den Attacken mit hunderten Drohnen und dutzenden Raketen auf 20 Orte in der Metropole wurden nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens fünf Menschen getötet. Bei einem weiteren russischen Angriff in der Südukraine wurde dem ukrainischen Staatschef zufolge ein UN-Fahrzeug getroffen. Selenskyj warf Moskau einen "gezielten" Angriff vor.

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Bei den neuen russischen Angriffen auf Kiew seien Wohnhäuser, eine Schule, eine Tierarztpraxis und andere zivile Infrastruktur beschädigt worden, erklärte Selenskyj in Onlinediensten. Die Zahl der Verletzten stieg demnach auf mindestens 40. Selenskyj rief die westlichen Verbündeten seines Landes zu einer deutlichen Reaktion auf diesen schweren Angriff auf.

"Das sind ganz sicher nicht die Handlungen derjenigen, die glauben, der Krieg gehe zu Ende", erklärte Selenskyj. Es sei nun wichtig, dass die westlichen Verbündeten der Ukraine zu diesem Angriff "nicht schweigen". "Es muss eine Antwort auf all diese Attacken geben", forderte er.

Moskau habe in der Nacht zum Donnerstag mehr als 670 Angriffsdrohnen gegen sein Land gestartet und 56 Raketen abgefeuert, erklärte Selenskyj. An den Einschlagsorten könnten noch mehr Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein, sagte er.

Reporter der Nachrichtenagentur AFP hatten am Morgen von mehreren Explosionen und Luftalarm in Kiew berichtet. Auch der Einsatz der Flugabwehr war zu hören. Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte im Onlinedienst Telegram, dass Kiew von Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen wurde.

Laut Militärverwaltung wurden bei den Angriffen sechs Bezirke der ukrainischen Hauptstadt und sechs weitere in der umliegenden Region getroffen. AFP-Journalisten beobachteten Rettungskräfte, die in den Trümmern zerstörter Gebäude in Kiew nach Überlebenden suchten. Retter bargen einen Verletzten aus einem teils eingestürzten Wohnhaus.

Die russischen Angriffe beschränkten sich jedoch nicht nur auf Kiew. Selenskyjs Angaben zufolge wurde auch die Stadt Cherson im Süden der Ukraine getroffen.

Dort sei ein Fahrzeug des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten zweimal mit Drohnen angegriffen worden, erklärte Selenskyj. "Sie konnten unmöglich nicht wissen, welches Fahrzeug sie im Visier hatten", schrieb er im Onlinedienst X. Dazu veröffentlichte er die Aufnahme eines beschädigten Autos mit der Aufschrift "UN". Verletzt wurde demnach niemand.

Der von Russland entfachte Ukraine-Krieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des seit Februar 2022 andauernden Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.

Im Ukraine-Krieg sind bereits hunderttausende Menschen getötet worden. Es ist der bewaffnete Konflikt mit den meisten Opfern in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Als Voraussetzung für ein Friedensabkommen verlangt Russland von der Ukraine den Rückzug aus mehreren bisher nur teilweise von Moskau kontrollierten Regionen, darunter das wichtige Industriegebiet Donbass im Osten der Ukraine. Kiew weist die Forderungen zurück.

(W.Uljanov--DTZ)

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