Deutsche Tageszeitung - Behörden: 21 Tote nach massivem russischen Angriff auf Kiew

Behörden: 21 Tote nach massivem russischen Angriff auf Kiew


Behörden: 21 Tote nach massivem russischen Angriff auf Kiew
Behörden: 21 Tote nach massivem russischen Angriff auf Kiew / Foto: © AFP

Durch den jüngsten russischen Angriff auf Kiew mit hunderten Drohnen und dutzenden Raketen sind nach Behördenangaben mindestens 21 Menschen getötet worden. Einsatzkräfte durchsuchten Trümmer eines Gebäudes im Stadtteil Darnytskyji weiter nach Opfern, teilte der staatliche Katastrophenschutz am Freitag mit. Die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zeigte sich derweil besorgt angesichts "intensivierter" militärischer Aktivitäten in der Nähe mehrerer Atomanlagen in der Ukraine.

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Unter den 21 Toten in Kiew seien drei Kinder, teilte der Katastrophenschutz im Onlinedienst Telegram mit. Zuvor hatte es geheißen, 16 Menschen seien durch die stundenlangen Angriffe der russischen Armee in der Nacht zum Donnerstag getötet worden. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte Moskau mehr als 675 Angriffsdrohnen gestartet und feuerte 56 Raketen ab. Er sprach von einem "massiven russischen Angriff" auf die ukrainische Hauptstadt. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei quasi "dem Erdboden gleichgemacht worden."

Die russischen Angriffe beschränkten sich nicht auf Kiew. Selenskyjs Angaben zufolge wurde auch die Städte Cherson und Saporischschja im Süden der Ukraine angegriffen sowie Charkiw im Osten.

"Das sind ganz sicher nicht die Handlungen derjenigen, die glauben, der Krieg gehe zu Ende", erklärte Selenskyj. Es sei nun wichtig, dass die westlichen Verbündeten der Ukraine zu diesem Angriff "nicht schweigen". "Es muss eine Antwort auf all diese Attacken geben", forderte er.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb am Donnerstagabend im Onlinedienst X: "Die schwersten russischen Angriffe auf die Ukraine seit Langem zeigen: Moskau setzt auf Eskalation statt Verhandlung". Kiew und seine Partner stünden "bereit für Verhandlungen über einen gerechten Frieden. Russland aber führt weiter Krieg", fügte er hinzu. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die Angriffe auf Kiew. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Russland demonstriere mit der Bombardierung von Zivilisten seine Schwäche.

Die IAEA erklärte, die "intensivierten" militärischen Aktivitäten in der Nähe mehrerer Atomanlagen in der Ukraine brächten erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich. Mehr als 160 Drohnen seien nahe den Anlagen registriert worden. Genannt wurde unter anderem das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl, dessen Schutzhülle im vergangenen Jahr durch eine russische Drohne beschädigt worden war. IAEA-Chef Rafael Grossi äußerte demnach "große Besorgnis".

Der von Russland entfachte Ukraine-Krieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche hatten erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten stattgefunden.

(P.Tomczyk--DTZ)

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