Deutsche Tageszeitung - Kiew gedenkt mit Trauertag Opfer von schwerem russischen Angriff mit 24 Toten

Kiew gedenkt mit Trauertag Opfer von schwerem russischen Angriff mit 24 Toten


Kiew gedenkt mit Trauertag Opfer von schwerem russischen Angriff mit 24 Toten
Kiew gedenkt mit Trauertag Opfer von schwerem russischen Angriff mit 24 Toten / Foto: © AFP

Kiew hat am Freitag mit einem Trauertag der Opfer des massiven russischen Angriffs vom Vortag mit 24 Toten gedacht. Die Flaggen wehten "zum Gedenken an die Opfer des massivsten Angriffs des Feindes" auf die ukrainische Hauptstadt auf Halbmast, Unterhaltungsveranstaltungen seien verboten, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes suchten Einsatzkräfte nach Verschütteten. Russland und die Ukraine tauschten nach Angaben aus Moskau unterdessen jeweils 205 Kriegsgefangene aus.

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Unter den 24 Menschen, die bei dem russischen Angriff am Donnerstag getötet wurden, sind nach Angaben des Notdienstes vom Freitag auch drei Kinder. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge hatte Moskau 675 Angriffsdrohnen gestartet und 56 Raketen abgefeuert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, bei dem Angriff sei mehrstöckiges Wohngebäude "dem Erdboden gleichgemacht worden." Ein Anwohner namens Andrij berichtete im Gespräch mit AFP von den Angriffen: "Alles brannte. Die Menschen schrien, die Menschen riefen."

Die russischen Angriffe vom Donnerstag hatten sich nicht auf Kiew beschränkt. Selenskyjs Angaben zufolge wurden auch die Städte Cherson und Saporischschja im Süden der Ukraine angegriffen sowie Charkiw im Osten.

"Das sind ganz sicher nicht die Handlungen derjenigen, die glauben, der Krieg gehe zu Ende", erklärte Selenskyj. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte bei einer Pressekonferenz am Rande der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gesagt, der Krieg mit der Ukraine neige sich "dem Ende" zu.

Es sei nun wichtig, dass die westlichen Verbündeten der Ukraine zu diesem Angriff "nicht schweigen", forderte Selenskyj. "Es muss eine Antwort auf all diese Attacken geben."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb am Donnerstagabend im Onlinedienst X: "Die schwersten russischen Angriffe auf die Ukraine seit Langem zeigen: Moskau setzt auf Eskalation statt Verhandlung." Kiew und seine Partner stünden "bereit für Verhandlungen über einen gerechten Frieden. Russland aber führt weiter Krieg", fügte er hinzu. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Russland demonstriere mit der Bombardierung von Zivilisten seine Schwäche.

Derweil teilte die russischen Behörden mit, dass bei ukrainischen Drohnen-Angriffen auf die rund 200 Kilometer von Moskau entfernte Stadt Rjasan vier Menschen getötet worden seien. Unter den Toten sei ein Kind, erklärte der örtliche Gouverneur. Laut russischem Verteidigungsministerium wurden in der Nacht zum Freitag 355 ukrainische Drohnen "abgefangen und zerstört".

Russland und die Ukraine tauschten unterdessen nach Angaben aus Moskau jeweils 205 Kriegsgefangene aus. Die russischen Soldaten befänden sich derzeit in Belarus, wo sie psychologische und medizinische Betreuung erhielten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten "humanitäre Hilfe" bei der Rückkehr der russischen Soldaten geleistet.

Der von Russland entfachte Ukraine-Krieg dauert seit mehr als vier Jahren an. Die von den USA vermittelten Gespräche über ein Ende des Kriegs haben bisher keinen Durchbruch gebracht. In der vergangenen Woche fanden erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten statt.

(A.Stefanowych--DTZ)

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