Deutsche Tageszeitung - Bericht: USA wollen kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro anklagen

Bericht: USA wollen kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro anklagen


Bericht: USA wollen kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro anklagen
Bericht: USA wollen kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro anklagen / Foto: © AFP

Inmitten der Spannungen zwischen Washington und Havanna wollen die USA einem Medienbericht zufolge den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro anklagen. Der US-Sender CBS berichtete am Freitag, die Vorwürfe gegen den 94-jährigen Bruder des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro drehten sich um den Abschuss von zwei Flugzeugen im Jahr 1996.

Textgröße ändern:

Damals hatten kubanische Kampfjets zwei Flugzeuge der in Miami ansässigen exilkubanischen Gruppe Brüder zur Rettung abgeschossen. Dabei kamen vier aus Kuba stammende Piloten ums Leben. Das US-Justizministerium antwortete am Freitag nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu einer möglichen Anklage gegen Raúl Castro.

Eine Anklage gegen den 94-Jährigen würde eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Kuba bedeuten. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt mit einem Vorgehen gegen die Führung des sozialistischen Karibikstaates gedroht, was Befürchtungen vor einem US-Militäreinsatz schürt.

Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das Land leidet unter Stromausfällen und Treibstoffmangel. Das US-Militär hatte im Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht. Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela als der bis dahin wichtigste Öllieferant Kubas seine Lieferungen an den Karibikstaat einstellt. Am Donnerstag erklärte die kubanische Regierung, von Russland gelieferten Ölreserven seien nun "aufgebraucht".

Zuletzt kam der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, auf Kuba mit ranghohen Regierungsvertretern zusammen.

Raúl Castro hatte 2008 das Präsidentenamt von seinem Bruder Fidel Castro übernommen und den Posten bis 2018 inne. In seine Amtszeit fällt eine historische Wiederannäherung mit den USA unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Jahr 2015. Trump machte die Wiederannäherung aber in seiner ersten Amtszeit rückgängig.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

SPD-Fraktion diskutiert Übergewinnsteuer auf KI-Konzerne

Die SPD-Bundestagsfraktion befasst sich bei ihrer zweitägigen Klausurtagung mit den Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI). In der "Perspektiv-Diskussion" gehe es auch um die Frage, ob KI-Konzerne mit einer Übergewinnsteuer belegt werden sollten, wenn ihre Profite eine bestimmte Schwelle überstiegen, sagte Fraktionschef Matthias Miersch am Donnerstag zum Auftakt. Diskutiert werden demnach auch die Folgen für die Demokratie durch die Konzentration von Marktmacht im KI-Bereich sowie die Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme.

Nach Zuflucht in Deutschland: Regierungsgegner im Iran zum Tode verurteilt

Einem teils erblindeten iranischen Regierungsgegner, der zeitweise in Deutschland Zuflucht gefunden hatte, droht im Iran die Hinrichtung. Wie mehrere Menschenrechtsorganisationen am Donnerstag mitteilten, wurde der 27-jährige Ali Sarei von einem iranischen Gericht wegen "Korruption auf Erden" zum Tode durch den Strang verurteilt.

Frankreichs Ex-Präsident Hollande bereitet erneute Kandidatur vor

Der sozialistische französische Ex-Präsident François Hollande bereitet sich offenbar auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur vor. "Ende Dezember werde ich meine Entscheidung bekanntgeben", sagte er am Donnerstag beim Besuch einer Landwirtschaftsmesse in Châlons-en-Champagne, wo sich bereits mehrere weitere Präsidentschaftsbewerber gezeigt hatten. Am selben Tag veröffentlichte er ein Buch, das sich mit rund 100 Vorschlägen wie ein Wahlkampfprogramm liest.

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung verklagt Dobrindt wegen Rechtsbeugung

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung verklagt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Textgröße ändern: