Deutsche Tageszeitung - Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsbereich - Källenius sieht wachsenden Markt

Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsbereich - Källenius sieht wachsenden Markt


Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsbereich - Källenius sieht wachsenden Markt
Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsbereich - Källenius sieht wachsenden Markt / Foto: © AFP/Archiv

Nach Volkswagen erwägt auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Konzernchef Ola Källenius sagte dem "Wall Street Journal" am Freitag, die Welt sei unvorhersehbarer geworden. Er denke daher, dass Europa sein "Verteidigungsprofil" erweitern müsse. "Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, sind wir bereit dazu."

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Die kriselnde Industrie in Deutschland, insbesondere die Autobranche, ist auf der Suche nach neuen erfolgversprechenden Geschäftsfeldern. Viele Unternehmen sehen eine Zukunft im wachsenden Verteidigungsbereich.

Källenius verwies darauf, dass Autobauer "außerordentlich gut" darin seien, "Präzisionsmaschinen in hoher Qualität" herzustellen. Im Vergleich zur Autoproduktion werde der Rüstungsbereich in Zukunft eher einen kleineren Teil der Aktivitäten seines Unternehmens ausmachen. "Es könnte eine wachsende Nische sein, die zu unserem Konzernergebnis beiträgt."

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP erklärte Mercedes-Benz, "Frieden, Sicherheit und Freiheit" seien "die Grundlagen unserer Gesellschaft". Sie zu schützen sei eine gemeinsame Aufgabe. "Wir leisten als Unternehmen unseren Beitrag dazu."

Mit modifizierbaren Fahrzeugen für Sicherheits- und Verteidigungseinsätze stärke Mercedes "seit Jahrzehnten die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Europas und der Nato", erklärte das Unternehmen weiter. So sind Varianten des Geländewagen-Modells G-Klasse weltweit als Militärfahrzeuge im Einsatz.

Seit vielen Jahren würden "auch Fahrgestelle an spezialisierte Unternehmen" geliefert, "die diese in eigener Verantwortung und unter eigener Marke für militärische Anwendungen ausbauen und vermarkten". Alle Lieferungen erfolgten "im Einklang mit Sanktions- und Exportkontrollvorschriften".

Mercedes ist nicht der einzige deutsche Autobauer, der eine Zukunft in der Verteidigungsindustrie sieht. Volkswagen ist nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume in Kontakt mit Unternehmen der Verteidigungsbranche. So könnte der VW-Standort Osnabrück entsprechend umgerüstet werden. Dabei könnte es etwa um eine Zusammenarbeit im Bereich der Raketenabwehr gehen, sagte Blume im März.

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" rückt eine Übernahme des VW-Werks in Osnabrück durch den israelischen Rüstungskonzern Rafael näher. Demnach wollen die Israelis dort Teile für das Flugabwehrsystem Iron Dome als Bestandteil der europäischen Flugabwehr herstellen.

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung im April nannte VW-Boss Blume auch Fahrzeuge für den militärischen Transport als möglichen Bereich im Verteidigungssektor. "Wir reden nicht von Panzern."

(L.Møller--DTZ)

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