Deutsche Tageszeitung - Mindestens vier Tote bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland

Mindestens vier Tote bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland


Mindestens vier Tote bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland
Mindestens vier Tote bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland / Foto: © TELEGRAM / @vorobiev_live/AFP

Bei einer massiven Angriffswelle mit fast 600 ukrainischen Drohnen sind in Russland mindestens vier Menschen getötet worden. In der Region der Hauptstadt Moskau wurden in der Nacht zum Sonntag Behördenangaben zufolge mindestens drei Menschen getötet und vier weitere verletzt. Die Region sei zum Ziel eines "groß angelegten" Drohnenangriffs geworden, erklärte der örtliche Gouverneur Andrej Worobjow im Onlinedienst Telegram. Ein weiteres Todesopfer gab es den Behörden zufolge in der Grenzregion Belgorod.

Textgröße ändern:

In der Ortschaft Chimki nordwestlich der Hauptstadt sei eine Frau bei einem Drohnenangriff auf ihr Haus getötet worden, erklärte Worobjow. Ein Mensch befinde sich noch unter den Trümmern des Hauses. Zwei Männer starben seinen Angaben zufolge zudem in einem Dorf nordöstlich von Moskau.

In der Region seien mehrere Wohnhäuser beschädigt und Infrastruktur angegriffen worden, fügte der Gouverneur hinzu. Die Luftabwehr sei seit 3.00 Uhr morgens im Einsatz gewesen.

Auch die russische Hauptstadt selbst wurde zum Ziel von Angriffen: Nach Angaben der Behörden wurden in der Nacht mehr als 80 Drohnen, die auf Moskau abzielten, von der Luftabwehr abgefangen. "An den Stellen, an denen Trümmer herabfielen, wurden geringfügige Schäden verzeichnet", erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin. Zwölf Menschen seien verletzt worden.

Bei einem der Angriffe seien Bauarbeiter auf einer Baustelle in der Nähe einer Raffinerie verletzt worden, teilte Sobjanin mit. Demnach wurden drei Wohnhäuser beschädigt, die Produktion der Raffinerie sei nicht beeinträchtigt worden.

In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod wurde in der Nacht im Bezirk Schebekino ein Mann bei einem Drohnenangriff auf einen Lastwagen getötet, wie die örtlichen Behörden mitteilten.

In den vergangenen 24 Stunden seien insgesamt 120 Drohnen von der Moskauer Luftabwehr abgefangen worden, erklärten die Behörden. Während die Hauptstadtregion wiederholt zum Ziel von ukrainischen Drohnenangriffen wurde, wird Moskau selbst seltener direkt angegriffen.

Landesweit fing die Luftabwehr in der Nacht 556 Drohnen ab sowie 30 weitere nach Tagesanbruch, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Es handelt sich um einen der stärksten ukrainischen Angriffe auf russisches Gebiet bislang. Laut dem Ministerium wurden insgesamt 14 Regionen in Russland angegriffen, darunter auch die russisch annektierte Halbinsel Krim.

Die ukrainische Luftabwehr teilte ihrerseits am Sonntag mit, 279 der insgesamt 287 auf das Land zielenden russischen Drohnen abgefangen zu haben.

Nach einer dreitägigen Waffenruhe rund um den Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland hatten Russland und die Ukraine wieder mit gegenseitigen Angriffen begonnen. Die Waffenruhe war in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen.

Nach massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit 24 Toten allein am Donnerstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag gegenüber Moskau mit Vergeltung gedroht.

Der Ukraine-Krieg dauert mittlerweile seit mehr als vier Jahren an. Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Beendigung der Kämpfe liegen derzeit auf Eis.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Berlin: 27 leichtverletzte Polizisten und viele Festnahmen

Bei Ausschreitungen nach Jugendprotesten der bundesweiten Initiative "GenZ regelt" sind in Berlin nach Polizeiangaben 27 Beamte leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte am späten Samstagabend, bei einer Versammlung mit bis zu 3500 Teilnehmern, die am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte begonnen hatte, sei es zu "zahlreichen Straftaten" gekommen. Darunter seien Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz.

Demonstranten in Israel fordern Zusammenarbeit von Opposition mit arabischen Parteien

In Israel haben hunderte Menschen nach der Parlamentswahl eine Zusammenarbeit der Opposition mit arabischen Parteien gefordert, um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von der Macht zu verdrängen. In Tel Aviv gingen die Demonstranten am Samstagabend mit Plakaten mit Aufschriften wie "Araber und Juden werden nur zusammen gewinnen" und "Es gibt eine Mehrheit für den Wandel" auf die Straße.

Mehr als 500 Festnahmen am Rande von Protesten in Frankreich

Bei Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste in Frankreich sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstagabend von 520 Festnahmen. Die Zahl dürfte demnach im Verlauf des Abends noch steigen.

Textgröße ändern: