Deutsche Tageszeitung - Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi kann aus Krankenhaus nach Hause

Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi kann aus Krankenhaus nach Hause


Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi kann aus Krankenhaus nach Hause
Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi kann aus Krankenhaus nach Hause / Foto: © NARGES MOHAMMADI FOUNDATION/AFP/Archiv

Nachdem sie wegen einer medizinischen Behandlung auf Kaution freigelassen worden war, hat die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi nun das Krankenhaus verlassen können. Die 54-Jährige sei in Teheran in ihr Zuhause zurückgekehrt, erklärten am Montag ihre Familie und ihre Unterstützer. Sie warnten zugleich davor, dass ein erneuter Gefängnisaufenthalt das Leben Mohammadis bedrohen würde.

Textgröße ändern:

"Ihre Genesung erfordert eine strenge medizinische Überwachung außerhalb von Gefängnismauern", erklärte die Tochter Kiana Rahmani. "Sie in die Haft zurückzuschicken, käme einem Todesurteil gleich." Zugleich forderte Rahmani ein Ende der politischen Verfolgung ihrer Mutter und das Fallenlassen "aller haltlosen Anschuldigungen gegen sie". Kiana Rahmani lebt gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Ali in Paris, sie haben ihre Mutter seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen.

Mohammadi hatte nach Angaben ihrer Unterstützer am 1. Mai im Gefängnis einen zweiten Herzinfarkt erlitten. Nach einem zehntägigen Krankenhausaufenthalt in Sandschan im Norden des Iran wurde ihr nach Angaben ihrer Stiftung "gegen eine hohe Kaution eine Aussetzung der Strafe gewährt". Sie wurde zunächst in ein Krankenhaus in Teheran gebracht - und konnte nun nach Hause.

Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran immer wieder vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. 2023 wurde sie für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend ihre Kinder in Oslo entgegen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Berlin: 27 leichtverletzte Polizisten und viele Festnahmen

Bei Ausschreitungen nach Jugendprotesten der bundesweiten Initiative "GenZ regelt" sind in Berlin nach Polizeiangaben 27 Beamte leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte am späten Samstagabend, bei einer Versammlung mit bis zu 3500 Teilnehmern, die am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte begonnen hatte, sei es zu "zahlreichen Straftaten" gekommen. Darunter seien Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz.

Demonstranten in Israel fordern Zusammenarbeit von Opposition mit arabischen Parteien

In Israel haben hunderte Menschen nach der Parlamentswahl eine Zusammenarbeit der Opposition mit arabischen Parteien gefordert, um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von der Macht zu verdrängen. In Tel Aviv gingen die Demonstranten am Samstagabend mit Plakaten mit Aufschriften wie "Araber und Juden werden nur zusammen gewinnen" und "Es gibt eine Mehrheit für den Wandel" auf die Straße.

Mehr als 500 Festnahmen am Rande von Protesten in Frankreich

Bei Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste in Frankreich sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstagabend von 520 Festnahmen. Die Zahl dürfte demnach im Verlauf des Abends noch steigen.

US-Außenminister: Trump hat noch keine Entscheidung über neue Iran-Angriffe getroffen

US-Präsident Donald Trump hat nach Worten seines Außenministers Marco Rubio noch keine Entscheidung über mögliche neue Angriffe auf den Iran getroffen. "Wir können militärische Ziele erreichen, wenn wir das wollen", sagte Rubio am Samstag bei einer Pressekonferenz beim G20-Außenministertreffen in der US-Großstadt Atlanta. "Er (Trump) hat noch keine Entscheidung getroffen." Die USA würden das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Textgröße ändern: