Deutsche Tageszeitung - Fahrlehrer fordern Nachbesserungen bei Führerschein-Reform

Fahrlehrer fordern Nachbesserungen bei Führerschein-Reform


Fahrlehrer fordern Nachbesserungen bei Führerschein-Reform
Fahrlehrer fordern Nachbesserungen bei Führerschein-Reform / Foto: © AFP

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände kritisiert die geplante Führerscheinreform von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und verlangt Nachbesserungen. "Wir erwarten, dass Minister Schnieder im weiteren Verfahren endlich auf die Expertise von Fahrlehrern und Wissenschaftlern hört", sagte Vizechef Kurt Bartels der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Er wies zugleich die Darstellung zurück, ein Führerschein koste bis zu 4000 Euro.

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"Wir haben gesicherte Daten, dass im Jahr 2025 rund 70 Prozent der Fahrschüler die theoretische und praktische Ausbildung zeitnah und auf Anhieb bestanden haben. Die haben in der Regel Kosten, die unter 3000 Euro liegen", sagte Bartels. Wer deutlich mehr bezahle, sei meist länger als ein Jahr in der Fahrschule, "was uns auch nicht gefällt".

Die geplante Laienausbildung werde zudem ihr Ziel verfehlen, warnte Bartels: "Die, die sich ohnehin schwer tun, bei denen etwa die Eltern kein Auto haben, werden davon nichts haben." Die geplante Reform der Fahrschulausbildung sieht die Möglichkeit privater Übungsfahrten vor, etwa mit einem Elternteil.

Mit Blick auf die geforderte Entbürokratisierung der Ausbildung sagte Bartels: "Der überwiegende Teil der Fahrschulen ist hochdigitalisiert. Was uns fehlt, sind die Schnittstellen zu den Behörden." Schnieder möchte, dass der Theorieunterricht auch komplett online stattfinden kann. Die Prüfungsfragen sollen zudem um ein Drittel reduziert werden.

Die Reform der Fahrschulausbildung geht am Vormittag ins Kabinett. Die Änderungen sollen den Erwerb des Führerscheins in Deutschland einfacher und günstiger machen.

Bei der Vorstellung der Pläne hatte etwa der TÜV-Verband die Vorschläge kritisiert, die auf eine Absenkung von Anforderungen bei der Fahranfängervorbereitung hinauslaufen - etwa bei der Fahrzeit, Prüfungsdauer und im Fragenkatalog. Eine Fahrerlaubnisprüfung "light" dürfe es nicht geben; das würde im Ergebnis die Verkehrssicherheit beeinträchtigen und dann auch in Folge mit deutlich höheren Kosten für das Individuum, aber auch insgesamt für die Gesellschaft in Verbindung stehen, warnte der Verband.

(W.Budayev--DTZ)

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