Deutsche Tageszeitung - Israel: Empörung über Video mit Gaza-Aktivisten von rechtsextremem Minister Ben-Gvir

Israel: Empörung über Video mit Gaza-Aktivisten von rechtsextremem Minister Ben-Gvir


Israel: Empörung über Video mit Gaza-Aktivisten von rechtsextremem Minister Ben-Gvir
Israel: Empörung über Video mit Gaza-Aktivisten von rechtsextremem Minister Ben-Gvir / Foto: © AFP

Ein vom rechtsextremen israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir veröffentlichtes Video mit gefangengenommenen Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte, die gefesselt auf Knien gezeigt werden, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Italien, Spanien, Frankreich und Irland äußerten am Mittwoch scharfe Kritik. Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, bezeichnete Ben Gvirs Umgang mit den Gefangengenommenen als "absolut inakzeptabel". "Die Art und Weise, wie Minister Ben Gvir mit den Aktivisten der Flotte umgegangen ist, entspricht nicht den Werten und Normen Israels", stellte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu klar.

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Das von Ben Gvir veröffentlichte Video zeigt Aktivisten, die mit auf dem Rücken gefesselten Händen und der Stirn auf dem Boden knien müssen. In den auf seinem Konto im Onlinedienst X veröffentlichten Aufnahmen mit dem Titel "Willkommen in Israel" sind unter anderem Dutzende Aktivisten auf dem Deck eines Militärbootes zu sehen, während die israelische Nationalhymne zu hören ist. Auch der rechtsextreme Minister wird gezeigt, wie er eine israelische Flagge schwenkt.

Die Hilfsflotte war vergangene Woche von der Türkei aus in See gestochen. Am Montag wurde sie von den israelischen Streitkräften gestoppt. Nach israelischen Angaben befanden sich 430 Aktivisten an Bord, die nach Israel gebracht werden sollten. Die Organisation Adalah erklärte jedoch, dass einige bereits im Hafen von Aschdod angekommen seien und dort festgehalten würden. An Bord der Schiffe waren zahlreiche internationale Aktivisten, unter ihnen Margaret Connolly, die Schwester der irischen Präsidentin.

Scharfe Kritik gab es am Mittwoch dann nach der Veröffentlichung des Videos am Umgang mit den Aktivisten. "Sie haben unserem Staat mit dieser schändlichen Darbietung wissentlich Schaden zugefügt – und das nicht zum ersten Mal", erklärte Israels Außenminister Gideon Saar mit Blick auf Sicherheitsminister Ben Gvir. "Sie sind nicht das Gesicht Israels", antwortete er auf das Video von Ben Gvir.

Der deutsche Botschafter Seibert erklärte auf Englisch, es sei "gut zu hören, dass viele israelische Stimmen" Ben Gvirs Umgang mit den Gefangengenommen "in aller Klarheit als das benennen, was er ist: absolut inakzeptabel und unvereinbar mit den Grundwerten unserer Länder".

Auch Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni bezeichnete die Behandlung der Aktivisten als "inakzeptabel". Es sei "unerträglich, dass diese Demonstranten, unter denen sich viele italienische Staatsbürger befinden, dieser Behandlung ausgesetzt sind, die die Menschenwürde verletzt". Italien fordere eine Entschuldigung für die Behandlung der Aktivisten und "für die völlige Missachtung der ausdrücklichen Forderungen der italienischen Regierung".

Spaniens Außenminister José Manuel Albares bezeichnete die Behandlung bei einem Besuch in Berlin als "monströs, schändlich und unmenschlich". Madrid habe den israelischen Geschäftsträger einbestellt. Auch Frankreich bestellte nach den Worten von Außenminister Jean-Noël Barrot wegen Ben Gvirs "inakzeptabler Handlungen" den israelischen Botschafter ein. Die irische Außenministerin Helen McEntee zeigte sich "entsetzt und schockiert" über das Video.

Ende April hatten israelische Streitkräfte bereits eine Hilfsflotte für den Gazastreifen in internationalen Gewässern vor Griechenland gestoppt. 175 pro-palästinensische Aktivisten gingen auf der griechischen Insel Kreta an Land. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht und dort zehn Tage festgehalten.

Auch Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und anschließend ausgewiesen.

(G.Khurtin--DTZ)

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