Deutsche Tageszeitung - Iran prüft neuen US-Vorschlag - Trump sieht Gespräche "auf Messers Schneide"

Iran prüft neuen US-Vorschlag - Trump sieht Gespräche "auf Messers Schneide"


Iran prüft neuen US-Vorschlag - Trump sieht Gespräche "auf Messers Schneide"
Iran prüft neuen US-Vorschlag - Trump sieht Gespräche "auf Messers Schneide" / Foto: © AFP/Archiv

Die USA und der Iran ringen weiter um eine Verhandlungslösung: Während Teheran nach eigenen Angaben einen neuen Vorschlag der USA zur Beendigung des Iran-Kriegs prüft, warnt US-Präsident Donald Trump vor einem Scheitern der Gespräche und der Wiederaufnahme der Angriffe auf den Iran. "Es steht wirklich auf des Messers Schneide", sagte Trump am Mittwoch. Israel versetzte seine Armee in "höchste Alarmbereitschaft".

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Trump sagte, die Verhandlungen befänden sich in der "Endphase". Eine Einigung könne "sehr schnell" oder "in wenigen Tagen" zustande kommen, sagte der US-Präsident. Teheran müsse dafür aber "zu 100 Prozent gute Antworten" liefern.

Trump richtete zugleich neue Warnungen an Teheran. "Wenn wir nicht die richtigen Antworten bekommen, geht es sehr schnell", sagte er mit Blick auf neue Angriffe auf den Iran. "Wir sind alle bereit."

Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei sagte, Teheran prüfe derzeit einen neuen Vorschlag mit den "Standpunkten der amerikanischen Seite". Er bekräftigte die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges, darunter die Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben und ein Ende der US-Blockade der iranischen Häfen.

Zudem äußerte der Außenamtssprecher "großes Misstrauen" gegenüber den USA. Der Iran hatte den US-Vorschlag im Rahmen des Besuchs des pakistanischen Innenministers Mohsin Naqvi in Teheran erhalten. Pakistan bemüht sich seit Wochen, eine Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs zwischen Teheran und Washington zu vermitteln.

Seit dem 8. April gilt eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sowie Israel. Trump hat wiederholt eine Wiederaufnahme der Angriffe auf den Iran angekündigt, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Die iranische Führung reagierte darauf mit scharfen Drohungen.

"Sollte sich die Aggression gegen den Iran wiederholen, wird sich der angekündigte regionale Krieg dieses Mal weit über die Region hinaus ausbreiten", erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Mittwoch auf ihrer Website Sepah News. "Unsere vernichtenden Angriffe werden euch zerstören", warnten sie an die USA und Israel gerichtet. Die USA und die EU stufen die Garden als Terrororganisation ein.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf den USA vor, den Krieg gegen sein Land fortsetzen zu wollen. "Die offenen wie auch die verdeckten Bewegungen des Feindes zeigen, dass er trotz wirtschaftlichen und politischen Drucks seine militärischen Ziele nicht aufgegeben hat und versucht, einen neuen Krieg zu beginnen", sagte Ghalibaf in einer Audiobotschaft, die von iranischen Medien verbreitet wurde. Die USA hofften "noch immer auf die Kapitulation der iranischen Nation".

Für den Fall eines erneuten Angriffs der USA und Israels drohte Chefunterhändler Ghalibaf mit einer "energischen Antwort". Der Iran werde sich "unter keinen Umständen Einschüchterungen beugen".

Das israelische Militär befindet sich nach Angaben von Israels Armeechef Ejal Samir angesichts der gegenseitigen Drohungen des Iran und der USA "in höchster Alarmbereitschaft". Es sei "auf jede Entwicklung vorbereitet".

Trump hatte am Dienstag in Washington gesagt, die US-Armee habe einen bereits geplanten Angriff auf den Iran "wegen sehr positiver Entwicklungen" in den Verhandlungen kurzfristig verschoben. Verbündete im Nahen Osten hätten ihm gesagt, sie seien "sehr nah dran, eine Einigung zu erzielen", hatte Trump am Montag im Weißen Haus gesagt.

Noch am Sonntag hatte Trump dem Iran erneut mit Vernichtung gedroht, sollte Teheran dem US-Vorschlag für ein Ende des Krieges nicht zustimmen. Zur zentralen Bedingung machte er, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe.

Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Als Reaktion griff Teheran Ziele in Israel und in Nachbarstaaten in der Region an und blockierte weitgehend die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus vor seiner Küste.

Die iranische Revolutionsgarde erklärte am Mittwoch, sie habe in den vergangenen 24 Stunden 26 Schiffe die Straße von Hormus passieren lassen, darunter Öltanker, Containerschiffe und andere kommerzielle Schiffe. Vergangene Woche hatte der Iran nach eigenen Angaben die Passage von mehr als 30 Schiffen erlaubt. Der Erdölpreis fiel am Mittwoch weltweit um fünf Prozent, da Trump davon gesprochen hatte, kurz vor einer Einigung zu stehen.

(V.Sørensen--DTZ)

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