Deutsche Tageszeitung - Ringen um Lösung im Iran-Krieg: Vertreter von Vermittler Pakistan in Teheran erwartet

Ringen um Lösung im Iran-Krieg: Vertreter von Vermittler Pakistan in Teheran erwartet


Ringen um Lösung im Iran-Krieg: Vertreter von Vermittler Pakistan in Teheran erwartet
Ringen um Lösung im Iran-Krieg: Vertreter von Vermittler Pakistan in Teheran erwartet / Foto: © AFP

Im Ringen um eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg ist erneut ein Vertreter des Vermittlerlandes Pakistan im Iran erwartet worden. Pakistans Armeechef Asim Munir werde in Teheran "Gespräche und Konsultationen" fortsetzen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Isna am Donnerstag. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut mit einer Wiederaufnahme der Angriffe bei einem Scheitern der Gespräche gedroht. US-Medien berichteten unterdessen von Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu über den Iran-Konflikt.

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Nähere Angaben zum Inhalt der geplanten Treffen zwischen Munir und iranischen Vertretern wurden zunächst nicht bekannt. US-Außenminister Marco Rubio äußerte jedoch die Hoffnung auf Fortschritte in den diplomatischen Bemühungen durch den Besuch Munirs in Teheran.

Pakistan setzt mit dem Besuch seines Armeechefs in der iranischen Hauptstadt seine Vermittlungsbemühungen fort. In den vergangenen Tagen war Innenminister Mohsin Naqvi zweimal in den Iran gereist. Er übermittelte dabei den jüngsten US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges.

Dieser wird dem iranischen Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei zufolge derzeit geprüft. Zugleich bekräftigte er die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges, darunter die Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben und ein Ende der US-Blockade der iranischen Häfen.

Seit dem 8. April gilt eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sowie Israel. Trump hat wiederholt eine Wiederaufnahme der Angriffe auf den Iran angekündigt, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Die iranische Führung reagierte darauf ihrerseits mit scharfen Drohungen. Am Mittwoch drohten die iranischen Revolutionsgarden mit einer Ausweitung des Krieges "weit über die Region hinaus", "sollte sich die Aggression gegen den Iran wiederholen".

Der Krieg hatte Ende Februar mit Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Als Reaktion griff Teheran Ziele in Israel und in der Golfregion an und blockierte weitgehend die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus vor seiner Küste.

US-Medien berichteten nun über Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und seinem Verbündeten Netanjahu. Beide hätten am Dienstag ein angespanntes Telefonat geführt, meldeten die Sender CNN und CBS. Netanjahu "wird tun, was ich von ihm will", sagte Trump den Berichten zufolge.

Den Medien zufolge handelt es sich um einen Hinweis darauf, dass die USA auf eine diplomatische Lösung dringt, während Israel die Kämpfe wieder aufnehmen will. "Das ist Netanjahus Albtraumszenario: ein Abkommen, das (...) sogar den Krieg beenden könnte", erklärte der Experte Danny Citrinowicz vom Institut für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv im Onlinedienst X.

Israel strebe den Sturz der Islamischen Republik an, während die Priorität der USA stets darin bestanden habe, die Nuklearisierung zu verhindern - "auch wenn das bedeutet, einen Kompromiss mit dem bestehenden Regime zu finden", fuhr der Experte fort. Er bezog sich damit auf das iranische Atomprogramm.

Der Krieg hat die Weltwirtschaft durch die weitgehende Sperrung der Straße von Hormus stark beeinträchtigt und die Öl- und Spritpreise in die Höhe schießen lassen.

Der Iran erklärte nun, seinen Anspruch zur Kontrolle der Straße von Hormus bis in das Hoheitsgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate ausgeweitet zu haben. Wie die neu gegründete iranische Behörde zur Kontrolle der Meerenge auf X mitteilte, soll ihre "regulatorische Zuständigkeit" das Gebiet im Persischen Golf von dem iranischen Hafen Kuh-e Mubarak bis in die Gewässer südlich des wichtigen emiratischen Hafens Fudschaira umfassen sowie von der iranischen Insel Keschm bis zur Stadt Umm al-Kuwain in den Emiraten.

Für eine "Durchfahrt durch dieses Gebiet zum Zwecke der Durchquerung der Straße von Hormus" sei demnach "eine Abstimmung mit der Behörde" sowie deren Genehmigung erforderlich, fügte die Behörde neben einer entsprechenden Karte der Meerenge hinzu.

Die Emirate widersprachen den Aussagen aus Teheran nachdrücklich und wiesen das von der iranischen Behörde angeführte Kontrollgebiet als "Wunschtraum" zurück. Teheran versuche, "eine neue Realität zu schaffen, die aus einer klaren militärischen Niederlage hervorgeht", erklärte der emiratische Regierungsberater Anwar Gargasch auf X. Doch Bemühungen, die maritime Souveränität der Emirate zu verletzen, seien "nichts als Wunschträume".

Die Beziehungen zwischen den Emiraten und dem Iran haben sich infolge des Krieges massiv verschlechtert, da Teheran auch Ziele in den Golfstaaten angreift. Am vergangenen Freitag kündigten die Emirate an, den Bau einer neuen Öl-Pipeline voranzutreiben, um die Straße von Hormus zu umgehen.

(O.Zhukova--DTZ)

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