Deutsche Tageszeitung - Hunderte Grönländer protestieren gegen Eröffnung von neuem US-Konsulat

Hunderte Grönländer protestieren gegen Eröffnung von neuem US-Konsulat


Hunderte Grönländer protestieren gegen Eröffnung von neuem US-Konsulat
Hunderte Grönländer protestieren gegen Eröffnung von neuem US-Konsulat / Foto: © Ritzau Scanpix/AFP

In Grönland sind am Freitag mehrere hundert Menschen gegen die Eröffnung eines neuen, größeren US-Konsulats in der Hauptstadt Nuuk auf die Straße gegangen. Die Demonstranten skandierten unter anderem "Go Home, USA!" (Geht nach Hause, USA!) und "Make America Go Away!" (Macht, dass Amerika abhaut - in Anlehnung an die Parole der Maga-Bewegung: Make America great again). Viele schwenkten die rot-weiße Flagge Grönlands.

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Kurz zuvor hatte der US-Botschafter in Dänemark, Kenneth Howery, das neue Konsulatsgebäude eingeweiht. Einem Medienbericht zufolge versicherte Howery dabei, dass US-Präsident Donald Trump militärische Gewalt zur Kontrolle der Insel ausgeschlossen habe. Grönland gehört völkerrechtlich zu Dänemark, genießt aber weitgehende Autonomierechte. Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen hatte eine Einladung zu der Eröffnung abgelehnt.

Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat Trump immer wieder Besitzansprüche auf die riesige Insel erhoben und damit einen Konflikt mit den EU- und Nato-Verbündeten heraufbeschworen. Er begründet die Forderung mit Sicherheitsbedürfnissen der USA und argumentiert, Grönland vor einer Einflussnahme Russlands und Chinas schützen zu wollen.

Anfang der Woche hatte der US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, die Insel uneingeladen besucht. "Grönland braucht die USA", sagte Landry zum Abschluss seines Besuchs am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Dabei verwies er auf Pläne der US-Regierung, "bestimmte Stützpunkte" wieder zu besetzen.

Ein 1951 geschlossenes und 2004 aktualisiertes Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark gibt Washington mehr oder weniger freie Hand bei der Verlegung von Soldaten auf die Arktisinsel - solange die Behörden in Dänemark und Grönland vorher informiert werden.

Während des Kalten Krieges verfügten die USA über 17 Militärstützpunkte in Grönland. Diese wurden im Laufe der Jahre jedoch geschlossen. Übrig blieb nur noch der Stützpunkt Pituffik im Norden der Insel.

(V.Korablyov--DTZ)

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